Gourmetfleisch?

Alles neu macht der Mai. Naja, nicht ganz, aber zumindest probierten wir mal etwas für uns Neues aus: Burger aus dem Internet. Das klingt zunächst etwas seltsam und hat auch rein gar nichts mit dem klassischen Hallo-Nr.32klein-große-47-zum-Liefern-bitte, das man vom Pizza-Lieferdienst kennt zu tun. Vielmehr gibt es ein paar Anbieter, die hochwertiges (so wird es zumindest beworben) Fleisch schockgefrostet sozusagen an die Haustür liefern. Einer dieser Anbieter ist gourmetfleisch, und weil es dort auch Burgerfleisch gibt, wollten wir es natürlich nicht verpassen, das auszuprobieren.

Das ganze sollte natürlich hauptsächlich experimentellen Charakter haben, da wir uns von Tiefkühlfleisch nicht allzu viel versprachen. Also wählten wir auch ungewöhnliche Fleischsorten aus, was solls. So kamen wir zu 3 Packungen à 2 Bison-Burger und 3 Packungen à 2 Wagyu-Burgern. Preislich ist das kein absolutes Schnäppchen, denn für 2 Patties zahlt man circa 10 Euro und der Versand von 9 Euro ist auch noch einmal recht teuer. Für kleine Bestellungen lohnt sich das vielleicht nicht unbedingt.

Allerdings sind wir ja intelligent nicht dumm und wissen uns zu helfen. So nahmen wir ein Angebot war, dass uns aufgrund der Bestellung von jeweils 3 Packungen nur 2 bezahlen lies. Zudem bekommt man als Neukunde für die Anmeldung beim Newsletter 10 Euro Rabatt sowie die Versandkosten erlassen, wenn man mehr als 75 Euro Warenwert bestellt. Insgesamt zahlten wir summa sumarum für jeden 200g Burger knapp 4 Euro. Und dazu kommt für jedes Pattie noch ein Softbun frei Haus ins Paket.

Soweit so gut. Meine größte Sorge war der Zustand von gefroreren Hackfleischpatties, die bei schwülem Wetter den Weg von Mönchengladbach nach Wiesbaden antreten mussten. Die schlaflosen Nächte waren aber umsonst, denn alles klappte. Das Fleisch wird gefrostetet in Styroporkisten verschickt, die zusätzlich noch mit Kühlelementen ausgestattet sind. Ausserdem erfolgte der UPS-Versand über Nacht. Im Endeffekt bekam ich also perfekt gefrorene Patties in gutem Zustand angeliefert. Am versprochenen Tag, zur angegebenen Zeit. Das war schonmal gut!

Soweit, so gut. Jetzt stellte sich natürlich zunächst die Frage, wie wir mit den gefroreren Teilen umgehen. Grillen war klar, denn anders schmecken Burger ja sowieso nicht wirklich. Zum Glück hat gourmetfleisch einen sehr zügigen und netten Kundenservice, der mir auf E-Mail-Nachfrage versicherte, dass es überhaupt kein Problem sei, die Patties gefroren zu grillen. Nun gut.

Also raus aus der Packung und rauf auf den Grill. Im ersten Moment konnte ich mir noch nicht vorstellen, dass das wirklich etwas werden würde. Meine Vermutung war, dass die Patties außen dunkel werden würden, während innen noch Eiseskälte herrscht. Aber ohne das nun unnötig spannend zu machen: ich hatte mir zu Unrecht Sorgen gemacht. Die Patties waren außen schön angegrillt, innen durch und haben durch die Tiefkühlung auch ihre Form behalten (deshalb frieren viele Leute ihre Patties vor dem Grillen ein).

Noch bestand allerdings die Gefahr, dass wir hier mehr Schein als Sein für gutes Geld gekauft hatten. Bei Fleisch, das ich nicht direkt beim Metzger kaufe, bin ich halt eher skeptisch. Aber WIEDER war die Sorge umsonst und auch hier will ich keine allzu große Spannung aufbauen. Sowohl die Bison-Burger als auch die Wagyu-Burger schmeckten gut. Die Konsistenz der Patties war interessant, weil sehr kompakt, was eventuell durch die Tiefkühlung kam. Aber beide Sorten waren sehr sehr saftig und überhaupt nicht trocken, was man eventuell hätte vermuten können. Einstimmig waren wir uns einig, dass das Wagyu-Fleisch etwas würziger und besser im Geschmack war. Bison-Burger hatte ich schon in den USA probiert und fand es dort vielleicht auch etwas lasch im Geschmack.

Auf dem letzten Foto sieht man ganz gut, wie saftig der Burger trotz der Tiefkühlung war. Wir haben übrigens auf Dinge wie Käse und BBQ-Soßen verzichtet und uns lediglich an die Basics gehalten, da wir ja hauptsächlich das Fleisch probieren wollten. Und mit dem waren wir zufrieden. Uneinig waren wir uns darüber, ob wir beim nächsten Mal das Fleisch vielleicht doch auftauen lassen, um evtl eine etwas lockerere Konsistenz zu erreichen. Mal abwarten. Auch die Brötchen waren übrigens sehr gut. Dummerweise hatte ich diese mit dem Fleisch in den Tiefkühler geschmissen und musste sie auftauen, aber auch so waren sie noch locker und haben von der Größe her gut zum Fleisch gepasst.

Ich bin also ziemlich froh, mal wieder ein gutes Fazit ziehen zu können: Wenngleich der Spaß nicht ganz billig war, hat es sich gelohnt und uns hat es geschmeckt. Um mal etwas Ausgefallenes zu Essen oder einfach nur, um sich den Tiefkühler mit leicht zuzubereitenden Burgern zu füllen, lohnt es sich. Alle Bedenken, die ich bei der Bestellung von „Tiefkühl-Internet-Fleisch“ hatte, wurden mehr oder weniger ausgeräumt und wir werden wahrscheinlich nicht zum letzten Mal bei gourmetfleisch bestellt haben!