Heidi und Paul

Ich weiss ja auch nicht, wieso diese neuzeitlichen Burgerbuden immer so trendy Namen haben müssen. Also irgendwas mit lachenden Kühen und so. Heute hatten wir wieder einen solchen Laden unter unseren Fittichen und kamen zu einem einheitlichen Fazit. Aber erstmal von vorne…

Heidi und Paul Fresh Food
Unterortstraße 29
65760 Eschborn

Heidi und Paul ist in Eschborn bei Frankfurt. Und nein, fragt nicht, wir konnten uns im Endeffekt auch nicht mehr einig werden, wie wir drauf kamen. Irgendwie eine Mischung aus Qype und Google und Freundes-/Kollegenkreisempfehlung. Ist ja auch egal, es kommt ja hier aufs Ziel an und nicht auf den Weg. Das Ziel jedenfalls fiel im Kandidatenpool insofern aus der Reihe, weil auf der Homepage konsequent mit den heutzutage magischen drei Buchstaben B, I und O geworben wird. Bio alles, wahrscheinlich sogar das Personal und die Theke. Konnte man zumindest annehmen und das wollten wir dann genauer sehen.

Das Restaurant selbst ist ganz schön gestaltet mit hellen Farben und weiteren, kreativen Tine-Wittler-Dingen. Also modern, jugendlich und optisch ein bisschen Ikea. Könnte ich noch länger drüber reden, mach ich aber nicht, denn hauptsache sauber und mehr brauch man nicht.

Wir waren zu fünft vor Ort und probierten demzufolge verschiedene Dinge, ich werde mich hier aber mal auf mein Futter konzentrieren. Die Karte hatte ich schon im Internet aufgrund akuten Hungers studiert und mich natürlich schon lange vorher entschieden was ich esse. Selbstbewusst konnte ich also „die 7, die 3, Pommes und ne Cola“ dem verdutzten Thekenmensch geradezu entgegenschreien. Übersetzt heißt das, dass ich den „texanischen“ Burger mit „würzigem Bio-Rindfleisch, knusprigem Bacon, Käse, Jalapeños und Barbeque-Sauce“, den „käsigen“ Burger „mit einer Portion Cheddarkäse extra“ und halt das drumherum hatte. Nett war, dass ich darauf hingewiesen wurde, dass das Pommescolazeug auch als Menü dazugenommen werden kann und dann 3 Euro kostet. Die Burger selbst liegen im Durchschnitt bei 6 Euro. Für das was (s.u.) geboten wird, ist das vollkommen ok. Abgesehen davon kann man natürlich noch Zutaten dazu“buchen“, auch Extrafleisch ist kein Problem und insgesamt ist das alles sehr flexibel. Man kann sich dann setzen und irgendwann (also bei uns recht schnell) bekommt man dann auch etwas zu beißen.

Die Burger kamen auf großen Tellern und standardmäßig kommt ein kleines Stück Maiskolben und eine Art Gemüsechips dazu. Die Chips waren wohl leider nicht hausgemacht (denn sie schmeckten sehr nach mir bekannter Tütenware), was aber nicht negativ ins Gewicht fällt. ich fand das ganz nett, dass man noch so etwas dazu bekommt, auch wenn man kein Menü hat. Optisch war es also ganz ansprechend und ich war wirklich gespannt auf die Hauptdarsteller. Also mal Beilagengedöhns bei Seite lassen und aufs Wesentliche schauen.

Und die Burger waren………….. gut. Endlich. Das Brötchen (welches in der Tat hausgemacht gewesen sein könnte) war wesentlich besser als die hausgemachte Variante beim Burgermeister in Frankfurt. Warum? Das ist schwer zu beschreiben. Sie waren nicht weich, aber auch nicht zu trocken. Also keine klassischen Softbuns, sondern mehr wie ein richtiges Brötchen, das nicht zu kompakt ist. Die Zutaten waren sowohl auf dem käsigen wie auch auf dem texanischen Burger ziemlich frisch (ich meine damit den Salat, Zwiebeln, Tomaten usw.). Auch die Soßen (BBQ auf dem texanischen und eine Art würzige Mayo auf dem käsigen) haben auch prima gepasst. Der Bacon war kross gebraten. Es war würzig, nicht zu gesund, nicht geschmacklich zu „bio“ (wie beim Burgermeister), sondern so, wie es auf einem Burger sein muss.

Das Fleisch war saftig, von der Dicke her ok und auch vom Umfang passend zum Burger. Standardmäßig gab es eine Scheibe, zusätzliches Fleisch kann man sich wie erwähnt dazubestellen. Brauch man aber nicht, denn mit einer Scheibe waren die Burger meiner Meinung nach perfekt abgestimmt. Aber. Es ist kein großes aber, ABER, irgendwie hatte ich erwartet, dass das Fleisch frisch sei und nicht tiefgekühlt und dann gegrillt. Es kann gut sein, dass es Biofleisch war, das eingekauft und dann nach dem Formen selbst tiefgekühlt wurde. Oder aber man kaufte es schon so ein oder was auch immer. Aber es war definitiv TK. Und insgesamt fand ich das schade. Geschmacklich ändert das nämlich einiges. Die Konsistenz wird etwas faserig und der Geschmack etwas wässrig, zudem riecht es „komisch“ (das stellte ich schon beim Gourmetfleisch-Test fest). Es schmeckte dadurch nicht schlecht, aber verursacht eindeutig Abzüge in der B-Note.

So, Butter bei de Fische. Wie wars? Gut. Wir fandes es durch die Bank alle gut. Wenn man mal zufällig in der Gegend ist und Hunger hat, kann man das schon mal machen. Aber aufgrund des TK-Patties auf dem Burger waren wir uns einig, dass wir dafür nicht nochmal extra 30 Minuten nach Eschborn fahren würden. Und die Suche nach DEM Burger geht weiter…