FishMac mal anders: Lachsburger

Ich erinnere mich noch heute daran, dass mein Vater früher (vor gefühlten 438290 Jahren) immer manchmal einen FishMac bestellt hat, wenn wir als Highlight des Tages zu McDonalds ausgeführt wurden. Warum, weiss ich nicht. Ich kann mir dort nichts ekligeres vorstellen. Dort. Generell ist ein Burger mit Fisch eigentlich gar keine so schlechte Idee. Deshalb waren wir wieder fleissig und kreativ und haben uns im Labor einen „Dreifachfisch“-Burger ausgedacht.

Für 4 von den maritimen Freunden benötigt ihr:

– 500g Lachsfilet, frisch oder TK
– 1 Ei
– 2 Scheiben Toast (circa)
– 1 EL Mehl (circa)
– 1 Packung Frischkäse, z.B. Buko
– 250g grünen Spargel
– Petersilie, getrocknet oder frisch
– 1 Bund Schnittlauch
– 4-5 Lauchzwiebeln
– Salat, z.B. Lollo Bianco
– 1 Fleischtomate
– 1-2 Knoblauchzehen
– Chili, Flocken oder Pulver
– 1 Zitrone
– 4 etwas rustikalere Brötchen, Finn-Brötchen funktionieren gut
– (Joghurt und Gurken waren für Gurkensalat als Beilage, passt gut)

So lang die Zutatenliste sein mag, so einfach ist eigentlich die Zubereitung. Am besten beginnt man damit, die „Soße“ vorzubereiten. Wir haben es ganz schlicht gehalten. Den Schnittlauch wäscht und hackt man in feine Stücke. Danach mit dem Frischkäse vermischen und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Ich habe im Mörser dann den geschälten Knoblauch mit ein wenig Salz zu einer Paste gestoßen und die Hälfte davon zur Frischkäsemischung gegeben. Die andere Hälfte bei Seite stellen.

Danach sollte man wohl den grünen Spargel vorbereiten, um im Anschluss voll mit den Patties durchstarten zu können. Zum Spargel gibt es keine großen Geheimnisse. Am Ansatz ein paar cm abschneiden und dann nur vom restlichen Spargel ein paar cm schälen. In ca. 10 cm Stücke schneiden, die Zitrone halbieren, den Saft über den Spargel geben, bei Seite stellen.


Nun wird es endlich ernst: Fleischzubereitung! Den Lachs auf- oder antauen lassen, außer man hat frischen, dann kann man natürlich sofort loslegen. Die Filets in jedem Fall kurz abspülen und mit Küchenrolle trockentupfen. Man nehme sich ein fähiges Küchenmesser und schneidet den Lachs in sehr sehr sehr sehr kleine Stücke und gibt ihn in eine Schüssel. Vergleichbar ist das in etwa mit der Zubereitung von Lachstatar, allerdings benötigt man nun etwas Augenmaß und Fingerspitzengefühl. Zunächst gibt man circa 2-3 Teelöffel gehackte Petersilie zum Fisch und schmeckt ihn mit Salz, Pfeffer, der restlichen Knoblauchpaste und dem Saft der anderen Zitronenhälfte ab.

Schwierig wird nun, Bindung herzustellen. Ich habe dazu ein Ei in die Schüssel geschlagen und 2 Toastscheiben in der Küchenmaschine zu Semmelbröseln zerkleinert. Auch nachdem ich das alles dazugegeben und vermischt hatte, war mir die Masse noch etwas zu „unformbar“. Wir haben uns leicht geholfen, indem wir einen guten Esslöffel Mehl unterhoben. Dann ging es eigentlich ganz gut, allerdings sollte man nicht die Festigkeit eines Hackfleischpatties erwarten. Lachs benötigt Zärtlichkeit!

Die habe ich ihm zukommen lassen und 4 mehr oder weniger gleich große Patties geformt. Man kann versuchen, sie in der Hand möglichst fest und glatt zu formen/streichen, also sie möglichst kompakt zu bekommen. Habe etwas den Verdacht, dass sie beim Braten zerfallen könnten, wenn sie zu locker sind. Zusätzlich die Patties dann oben und unten vorsichtig mit Mehl bestäubten. Es würde wohl auch ohne gehen, aber Mehl an der Oberfläche funktioniert bei Pfannen-Fisch bekanntlich ganz gut.

Beim Braten kann man nun dual operieren (klingt fantastisch!). Zwei Pfannen auf den Herd, in beiden Butter zerlassen, in einer eine zusätzliche Knoblauchzehe (halbiert) mit anschwitzen. Die Knoblauchpfanne ist für den Spargel. Diesen hineingeben, pfeffern, salzen, Chiliflocken dazu, 1 Prise Zucker darüber, braten lassen. Sobald er gar ist (probieren!), auf der ausgeschalteten Platte stehen lassen.

Die andere Pfanne ist logischerweise für den Lachs bzw. die Patties. Auch hier wieder äußerst vorsichtig sein und die Patties erst dann in die Pfanne geben, wenn sie wirklich heiß ist. Für eine 30cm-Pfanne waren 4 Patties ok, aber mehr sollte man nicht in einer Pfanne zubereiten, da man doch etwas rangieren muss und dabei etwas Platz benötigt.

Bei der Bratdauer muss man etwas nach Gefühl arbeiten. Als Richtwert kann man sich aber daran halten, dass jede Seite in etwa 4-5 Minuten benötigt. Ich habe jedenfalls nach 4 Minuten ein Pattie mal vorsichtig angehoben und freudigst eine goldene Bräune erspähen können. Daraufhin wurde gewendet und gewartet, bis auf der anderen Seite ein ähnliches Ergebnis zu bewundern war. Generell garen die Fischfrikadellen aber relativ schnell. Ich habe sie dann noch ein paar weite Minuten mit Deckel und maximal mittlerer Hitze fertigbraten lassen, damit sie im Kern sicher durch sind (waren zu geizig um eine anzuschneiden). Waren sie dann auch.

Im Prinzip ist man dem Genuss nun sehr nah, eigentlich steht dem Verzehr nur noch die nötige Handwerksarbeit im Wege. Will heißen: Burger bauen. Die Finn-Brötchen kurz toasten. Wir haben hier übrigens einmal auf fertige Brötchen zurückgegriffen, weil ich finde, dass genau diese speziellen wirklich gut dazu passen; allerdings kann man genauso gut Weizenmehlbrötchen oder etwas anderes verwenden.

Die Buns werden mit der Frischkäsemischung bestrichen. Auf die untere Hälfte streut man ein paar Ringe Lauchzwiebeln und legt 2-3Stück Spargel darauf, am besten so wie im Bild, damit das Pattie auch stabil ruhen kann. Auf diesen würdigen Thron platziert man die Fischfrikadelle. Dann geht es mit dem Rest weiter, also Salatblatt, Tomatenscheibe und was man sonst noch so für Unverzichtbar hält. Vielleicht etwas Meerrettich, hatte ich aber vergessen.


Das war es dann. Zuklappen, reinbeißen, genießen. Und es war in der Tat ein Genuss. Die bewährte Kombination von Spargel und Lachs auf einen Burger zu Bringen war eine ausgezeichnete Idee (Eigenlob stinkt). Allerdings benötigt man den Spargel nicht zwingend. Wenn man ihn nicht mag (hahahahahaha, wtf?), einfach weglassen. Es würde vielleicht auch mit anderem Fisch funktionieren. Seelachs oder ähnliches. Und eventuell könnte man zum Fischhack auch noch etwas Krabbenfleisch geben. Insgesamt waren wir aber mit dem Experiment seh,r sehr zufrieden. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber es schmeckt fast so gut, wie ein „richtiger“ Burger. Also, eigentlich genauso gut. Aber anders. FischMac halt.