Burger Baby, baby!


Alle Wege führen nach Frankfurt. Könnte man meinen, wenn man diesen Blog liest. Aber es gibt eben so viele Locations in ‚Mainhattan‘ und nie irgendwann werde ich alle getestet haben. Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, schaute ich bei einer Braterei, die im World Wide Web bisher ziemlich gefeiert wurde, vorbei:

Burger Baby
Höhenstraße 24
60385 Frankfurt am Main
www.burgerbaby.de

Wie ich auf das Burger Baby gekommen bin, weiss ich nicht. Jedenfalls liegt es in fast unmittelbarer Nähe zum bereits getesteten Heroes, welches aber inzwischen bzw. vorübergehend geschlossen ist (dislike!). Während das Heroes aber in einer Wohnstraße beheimatet war, liegt das Burger Baby an einer Hauptstraße. Macht aber nichts, Parkplätze finden sich in der Umgebung mehr oder weniger schnell.

Nach restaurantartigem Heroes oder auch dem Hipster-Meat Us ist das Baby wieder ein Laden aus der Reihe „eher Imbiss“, authentischer, schnörkelloser, einfacher, gut. Vergleichbar zum Beispiel mit dem Burgerladen in Mainz. Theke, Tafel, Grill, Hocker, wenige Tische. Einfach, aber einladend und irgendwie mit echtem Burgerfeeling. Ebenfalls einfach und ursprünglich, die Karte: Im Prinzip wählt man zwischen 2 Burgergrößen die von Haus aus mit der „berühmten Burgersoße“, Tomate, Salat und Gurke ausgestattet werden. Käse kostet extra, allerdings gibt es 3 Sorten zur Auswahl. Jedenfalls entscheide ich mich für 220g Fleisch mit Cheddar und zusätzlicher BBQ-Soße. Zudem für die Dame den obligatorischen Service-Check-Burger „ohne Tomate“. Das ging in der Vergangenheit ja öfters schief.

Schwachnervige Personen sollten nun zwei Sätze überspringen. Man kann seinen Burger well done oder medium bekommen. Oder aber man entscheidet sich für rare. So männlich war ich wohl nicht, aber medium-well erschien mir erstmal als sichere Wahl. Die Zubereitung jedenfalls findet „offen“ statt, auf einem Edelstahl-Griddle. Mit offen meine ich hier auch explizit offen, denn das rohe, nicht gefrorene Fleisch wird aus Kugeln in Formen (vor meinen Augen) zu Patties geformt und dann auf dem Grill nach Wunsch gebraten. Pluspunkt! Wenn fertig, wird die Bestellnummer aufgerufen und während man an der Theke zur Abholung steht, wird dann belegt. „… und einmal ohne Tomaten“, ha, wow, zweiter Pluspunkt.

Die Optik:
Klar, geradlinig, kein Schnickschnack. Keine Zahnstocher, keine Dekochips, keine Petersilie. Ein sauberer Burger, dazu Pommes auf dem Teller. So beschränkt man sich auf das Wesentliche und rückt den Burger absolut ins Zentrum. (Zugegeben, die „Designer“teller kommen etwas hochgestochen daher. In Wachspapier würde die Sache perfekter, echter aussehen. Aber das sind Kleinigkeiten…)
Wertung: Dreifachfleisch

Das Brötchen:
Selbstgebacken bzw. selbstbacken lassen. Anders als klassische Burgerbrötchen, mehr wie ein „deutsches Brötchen“. Innen weich, teigig, außen eher knusprig. Nicht schlecht, aber für uns auch nicht das Nonplusultra. Insgesamt kam es mir ein bisschen trocken daher, trotzdem erfüllte es seine Funktion und alles in allem kann man auch hier nicht großartig meckern.
Wertung: Zweifachfleisch

Die Toppings:
Wie gesagt kommt der Burger mit Tomate, Salat und Gurke. Zwiebeln waren nicht dabei, haben aber auch nicht gefehlt. Der Salat war frisch (Lollo Bianco) ohne braune Stellen, die Tomaten zumindest so frisch bzw. schmackhaft, wie sie zu dieser Jahreszeit sein können. Die Gurken waren eingelegt und dünn geschnitten. Insgesamt hat das mehr als gepasst. Zwar ohne Überraschungen, aber auch absolut ohne Kritikpunkt.
Wertung: Zweikommafünffachfleisch


Die Soßen:
Als Standard gibt es die „berühmte Burgersoße“. Wie berühmt sie ist, weiss ich nicht, aber gut ist sie. Zwar hatte ich keine Muse, eine detaillierte Analyse durchzuführen, aber meiner Meinung nach war es eine Art Tomatenketchup-Mayo-Mischung. Nicht zu würzig, nicht zu dominant, aber dadurch abrundend und lecker. Die BBQ-Soße war solide, nichts Besonderes, hat mir in der Kombination aber  gut geschmeckt, für 50 Cent Aufpreis aber leider auch etwas teuer.
Wertung: Zweikommafünffachfleisch

Der Käse:
Prima. Man kann zwischen drei Sorten (Gouda, Swiss, Gorgonzola) wählen. Mein Gouda wurde rechtzeitig zum Schmelzen auf das grillende Pattie gelegt, war schön verlaufen und optisch schon ziemlich schön. Geschmacklich auch ohne Makel, das hat einfach zum Burger gepasst. Kräftig, also durchaus wahrnehmbar, aber nicht ZU aufdringlich.
Wertung: Dreifachfleisch

Das Fleisch:
Hier beurteile ich bekanntlich immer nach Zubereitung, Qualität und Geschmack. Zur Zubereitung habe ich schon alles gesagt, die war top. Die Qualität war auch gut: saftiger, fleischiger, frischer Geschmack, grobe Textur. Man hat das Fleisch auch schon vorab gesehen und es waren keine braunen Stellen zu sehen. Beim Essen keine Knorpel oder sonstigen unschönen Erlebnisse. All das führt dann wohl zum guten, kräftigen Geschmack. Positiv fand ich, dass auf übertriebenes Würzen verzichtet wird, sondern mehr Wert auf den ursprünglichen Geschmack des Fleisches gelegt wird. Ja. Hm. Ich würde ja gerne Kritikpunkte nennen (nein, eigentlich bin ich froh, mal wenig meckern zu müssen), habe ich hier aber nicht.
Wertung: Dreifachfleisch

Die Gesamtwertung:
16 von 18, entspricht sensationellen 2,66- von 3-fachfleisch
Haben wir hier nun Frankfurts Burgerkönig gefunden? Fast scheint es so. Jedenfalls habe ich bei Burger Baby den (bisher) für mich besten Burger im Rhein-Main-Gebiet gegessen. Allein wegen der Zubereitung und Frische des Fleischs kann ich den Laden schon empfehlen, aber auch alles andere stimmt. Inklusive Service, denn bedient wurden wir vom freundlichen Chef, der sich für seine Kunden interessiert und Wünsche respektiert. Die Konkurrenz muss hier in mehreren Kategorien kräftig aufholen, sonst bleibt das Burger Baby nicht mehr lange ein „Geheimtipp“ abseits der üblichen „muhenden“, „meatenden“ Frankurter In-Locations.

3 Replies to “Burger Baby, baby!”

  1. Johanna Wittgenstein sagt:

    Wenn ihr das Ganze jetzt auch noch ausschliesslich aus Bio-Fleisch und -Zutaten anbieten würdet, wäre das sicher vielen ein paar Cents mehr wert und ihr würdet Euch von der Massentierhaltung distanzieren. Gut für die Gesundheit und für´s Karma.:-)))

  2. Hättest du das nicht ein paar Tage früher schreiben können? Dann hätte ih mit die Enttäuschung beim BurgerMeister sparen können 😉

    Danke trotzdem für den ausführlichen in lebhaften Test.

  3. Ich war letzte Woche auch dort zum Test und kann alle Punkte bestätigen. Das Fleisch kommt lt. Aussage von Burgerbaby von heimischen Weiderindern von einem regionalen Metzger. Eine zweite Filiale soll außerdem in der Kaiserstraße eröffnet werden.

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