The Bird – Berlin

testFelix (dff) – Ein weiterer Burgertest war längst überfällig – deshalb machten wir uns auf in die Bundeshauptstadt, um dies zu ändern. Es ging auch darum zu prüfen, ob die Berliner, wenn sie schon keinen Flughafen bauen können, zumindest in der Lage dazu sind, einen überzeugenden Burger zu grillen. Doch gerade in Berlin gilt: Je größer das Angebot, desto schwieriger die Entscheidung. Glückliche Umstände führten uns dann in den amerikanisch-dominierten Burgerladen „The Bird“. Ich kannte bereits die Dependance in Hamburg, wollte aber das Original in Berlin nochmal persönlich begutachten. Denn über Mund-zu-Mund Propaganda war mir bis dato ausschließlich positives zu Ohren gekommen.

The Bird
Am Falkplatz 5
10437 Berlin
http://www.thebirdinberlin.com/

Foto 06.02.14 11 32 57Das Bird bezeichnet sich selbst als „New York style bar and steakhouse“. Charakteristisch für den Laden ist nach eigenen Angaben die Frische der Waren. Dosen werden im „The Bird“ nach amerikanischer Redensart nur als „a can of whoopass“ geöffnet, sprich um jemanden starke Schmerzen zuzufügen, wenn er oder sie sich daneben benimmt. Die auf diesem Versprechen aufbauende Karte bietet neben einer mittelgroßen Anzahl an Burgern, hochwertige Steaks, Chicken Wings (dazu später mehr!) und Salate. Auf den ersten Blick erscheint das Angebot nicht sonderlich spektakulär und überschaubar. Das das allerdings nichts schlechtes ist, wissen wir jedoch nicht er seit den Lehren von Herrn Rach. Das Ambiente erinnert stark an eine Bar in den Staaten. Dazu gehört eine große Theke mit einer ausladenden Bierzapfanlage, Backsteinoptik an den Wänden, Tische mit Ketchup-, Senf- und Majoflaschen sowie allerlei Nippes an den Wänden– sprich der ganze Deal. Auch die Kellner scheinen zum großen Teil Amerikaner im Exil zu sein. Dies erzeugt zusätzlich ein starkes Gefühl von US-Heimat. Insgesamt also ein Laden nach meinem Geschmack – kein unnötiger Schnickschnack und dafür Konzentration auf gute Burger und Anleihen an das Mutterland. Jetzt war es an uns zu testen, ob sie es schaffen auch tatsächlich den besten Burger Berlins zu servieren. Ich entschied mich nach langem hin und her für den „Filthy Harry“, welcher durch Bacon und Cheddarauflage versucht zu überzeugen. Also, die Voraussetzungen stimmten, den Rest galt es zu prüfen.

Die Optik:
Rein optisch betrachtet, könnte es sich bei diesem Burger um ein Lightprodukt aus dem örtlichen Biosupermarkt handeln. Kein Fettglanz, wenig Fleisch und nur Salat. Zum Glück allerdings ist es genau das Gegenteil. Neben einem Riesenhaufen selbstgemachter Pommes findet sich ein ausladender Burger garniert mit den potenziellen Assistenten (1 Salatblatt, Gurke, Zwiebeln und frischen Tomaten). Ich finde den Anblick überragend, denn er zeugt von der Konzentration auf das Wesentliche. Der Teller lässt also schon mal viel Gutes verheißen.
Wertung: dreifachfleisch

Das Brötchen:
Vorab möchte ich an dieser Stelle auf meine Brötchenbewertungskriterien eingehen. Ich akzeptiere Brötchen zum Burger ausschließlich für einen Zweck, nämlich zum Festhalten des Fleisches. Ich möchte kein Pseudovollkornbrötchen und auch kein Pappburgerbrötchen aus dem Supermarkt. Wenn möglich sollte es auch nicht doppelt so groß sein wie das Stück Fleisch, das es umrandet. Es soll den Burger im Geschmack nicht überlagern sondern einfach nur untermalen. Ich finde das sind eigentlich keine allzu hohen Erwartungen. Während die meisten Läden jedoch an dieser Hürde scheitern, wurden bei „The Bird“ wiederum alle meine Wünsche erfüllt. Das Brot ist lecker, höchstwahrscheinlich selbst gemacht und passt im Verhältnis perfekt zur Größe des Patties. Es erinnert mich ein bisschen an Toasties aus dem Supermarkt. Das ist aber nicht negativ gemeint, sondern hat mir Anregungen für das Burger grillen zu Hause gegeben. Lange Rede kurzer Sinn – es kann nur eine Wertung geben.
Wertung: dreifachfleisch

Die Toppings:
Wie bereits beschrieben, lagen auf dem Teller ein Salatblatt, Gurke, Zwiebeln und frischen Tomaten. Diese kann man sich je nach Lust und Laune auf den Burger legen oder sie weglassen. Ich mag dieses Konzept – ein bisschen Do it yourself. Das Zubehör war also in jedem Falle frisch und lecker. Ich habe allerdings nur die Zwiebeln verwendet. Der Bacon war kross und saftig. Oftmals ist der Speck totgegrillt und hat den Geschmack eines Kohlebriketts. Das ist hier anders! Einfach lecker und gut is.
Wertung: dreifachfleisch

Die Soßen:
Hmmm, hieran scheiden sich die Geister. Eine Soße außer der Fleischsoße war auf dem Burger nicht vorhanden. Auf dem Tisch steht Senf, Ketchup und Majo. Mir reicht das – Ich brauche allerdings auch keine ausgefallene Soße, welche im schlimmsten Fall den Fleischgeschmack dominiert. Dennoch würde ich mich hier unter Umständen etwas runterhandeln lassen, weil Ketchup und Co. wohl kaum selbst gemacht sind.
Wertung: zweieinhalbfachfleisch

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Der Käse:
Auf der Speisekarte stand Cheddar und das ist auch tatsächlich mein Käsefavorit. Der Käse war auf den Punkt mitgegart und ergab eine perfekte Symbiose mit dem Fleisch. Starke Leistung! Zudem kam während des Essens der Käselieferant mit einer neuen Lieferung. Das sah nach hochwertigen Produkten aus! So einfach geht das!
Wertung: Dreifachfleisch

Das Fleisch:
Die Kernkompetenz, das gewisse Etwas – das Fleisch! Alle Burger bei „The Bird“ bringen 250g deutsches Rindfleisch auf die Waage. Laut Aussage des Betreibers würden andere Läden das Fleisch wohl als Steak verkaufen. Und ich muss sagen: „Das schmeckt man!“. Es ist aber nicht einfach nur das Fleisch, sondern auch die Zubereitung die überzeugt. Denn nur aus triftigen Gründen (Regel des Hauses) darf das Fleisch durchgegart serviert werden. Ich finde das Fleisch ist saftig, perfekt gewürzt und geschmackvoll fleischig. Ich habe in Deutschland bisher noch nirgends so gutes Fleisch auf einem Burger gegessen. Man schmeckt die Hingabe fürs Detail! Ich bestellte das Fleisch Medium Rare und es war deshalb wohl noch zarter als erwartet.
Wertung: Dreifachfleisch

Die Gesamtwertung:
17,5 von 18 Punkten, entspricht hervoragenden 2,91 von 3-fach-Fleisch

Nach meiner bisherigen Lobeshymne fällt es nicht schwer zu erkennen, was ich von meinem Burger bei „The Bird“ halte. Er ist einfach überragend und wahrscheinlich sogar der beste Burger Berlins (oder vielleicht auch Deutschlands). Für 12,50€ kann man einfach nicht „mehr“ Burger bekommen. Alles ist aufeinander abgestimmt: Ambiente, Bedienungen, Brötchen, Fleisch etc.! Ich kann nur jedem empfehlen „The Bird“ selbst zu probieren und dieses Geschmackserlebnis zu genießen. Ich freue mich auf ein baldiges Wiedersehen. P.S.: Wenn ihr nicht wirklich gerne extrem scharf esst und vollkommen verrückt seid, lasst bitte die Finger von den Napalm Wings!

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