Auguste in Nürnberg

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felix (dff) – Morgens früh gelandet am Flughafen Nürnberg trieb es uns zur Erholung von den Reisestrapazen zum Burgertest in die Augustenstrasse in Nürnberg. Den in den Südstadt gelegenen Laden besuchte ich schon mal auf dem Weg zu einem Clubspiel. Mir war der Laden eigentlich in ganz guter Erinnerung, weshalb ich mich eigentlich auch schon sehr darauf freute. Ob das auch so blieb, war die Frage:

Auguste
Augustenstraße 37
90461 Nürnberg
www.premium-junkfood.de

Foto 09.03.14 20 41 36Der Name dieses Burgeretablissements ist wohl an den gleichlautenden Straßennamen angelehnt. Der Zusatz „premium junkfood“ ist in diesem Kontext hoffentlich ein Versprechen und nicht nur eine hohle Phrase. Der Laden besteht dabei an sich nur aus einem kleinen Gastraum, einer Theke und einem netten Außenbereich vor den Fenstern. Das Ambiente ist eigentlich ganz nett: Farblich durcheinander gewürfelte Stühle, kleine bis große Sitzecken und insgesamt ein modern aber zugleich gemütliches Ambiente. Man könnte wohl auch ohne große Umbaumaßnahmen ein Großstadtcafe daraus machen. Für mich nicht unbedingt negativ – öfter mal was Neues.

Das Konzept lässt sich auf die drei Schlagworte „bio, regional und fair“ reduzieren. Dabei steht auf der Karte, dass ausschließlich Fleisch von fränkischen Bio-Weiderindern der Rassen Hereford, Angus und Texas Longhorn verwendet werden. Hört sich doch schon mal ganz gut und lecker an – jedenfalls aus Sicht eines Burgerliebhabers. Neben Burgern aus Rind gibt es auch vegetarische Burger („wenn‘ s schön macht!!“) und verschiedene weitere Fleischsorten zum Auswählen.  Doch nicht nur in Bezug auf das Fleisch versucht Auguste Vorreiter zu sein und Vielfalt zu zeigen, sondern auch hinsichtlich Ökologie, Sozialem und der Ökonomie. Vielleicht ist dies in dieser schlechten Welt ein ganz guter Ansatz um die Welt ein Stück besser zu machen. Ob sie die Welt geschmacklich besser machen, wollen wir jetzt mal schauen. Deshalb bestellte ich einen Bürgerburger mit mit 100g Rindfleisch, Haussoße, Essiggurken , Tomate, Röstzwiebeln und Blattsalat. Als kleinen Zusatz gönnte ich mir noch einen 14 Monate gereiften Bergkäse.

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Die Optik:
Rein optisch betrachtet ist der Burger „okay“. Er sieht ganz nett aus aber nicht mehr. Für mich persönlich auf jeden Fall nicht premium. Aber auch nicht schlecht. Der Teller ist somit im Großen und Ganzen gut gefüllt sowie optisch ganz gut gestaltet. Ich habe mich gewundert wofür man den Holzstab braucht, der den Burger durchbohrt. Im Sinne der Nachhaltigkeit und der Vermeidung von Ressourcenverschwendung hätte man den wohl weglassen können.
Wertung: zweifachfleisch

Das Brötchen:
Es erscheint selbst gebacken oder zumindest von einem Lieferanten in einer qualitativ hochwertigen Form bezogen. Im Vergleich zu vielen anderen Restaurants ist dies schon mal ein Plus. Geschmacklich war es aus meiner Sicht durchwachsen. Es war zwar einerseits fluffig und frisch, andererseits aber irgendwie zu trocken und kalt. Ich finde es immer ganz nett, wenn das Brötchen nicht kalt serviert wird, da ansonsten der Kontrast zum warmen Fleisch so groß ist. Ich will ja kein belegtes Brötchen, sondern einen Burger.
Wertung: einskommafünffachfleisch

Die Toppings:
Der Geschmack der Toppings war der kleine Lichtblick, insbesondere der Geschmack der Zwiebeln. Diese wurden nicht roh auf den Burger gelegt, sondern vorher etwas angedünstet. Das finde ich persönlich super, weil Zwiebeln durch diese Zubereitung einfach mehr zu bieten haben, als in der rohen Form. Sie bleiben einem so einfach nicht für die nächsten 24 Stunden in Form von Zwiebelgeschmack im Mund erhalten, sondern sind einfach zwiebelig geschmackvoll. Das ist PREMIUM, lieber Burgerfreunde! Die Tomate, der Eisbergsalat und die Essiggurke waren frisch. Allerdings nichts besonderes.
Wertung: zweikommafünffachfleisch

Die Soße:
Die obere Hälft des Burgers war mit der sog. Haussoße bestrichen. Vom Geschmack her entsprach die Soße einer Mischung aus Ketchup und Majo. Sie war geschmacklich ganz nett aber nicht mehr. Ich finde es allerdings nicht so toll, wenn die Soße nur in einem 1,5 cm Radius um das Zentrum des Brötchens aufgetragen wurde, das Brötchen an sich aber einen Radius von 3cm hat. Was soll das? Ich will Soße mit jedem Bissen und nicht erst, wenn ich in der Mitte angekommen bin.
Wertung: einfachfleisch

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Der Käse:
Wir hatten das Glück, dass ein 14 Monate alter Bergkäse auf der Tageskarte stand. Da ich Bergkäse in jeder Form schätze bestellte ich ihn natürlich. Als der Teller kam, war ich allerdings etwas verdutzt. Er war gerieben, wie Pizzakäse und nicht einmal mitgegart worden. Der Käse ist ja deshalb zwar nicht schlechter aber es passt einfach nicht zum Burger. Ich finde Käse ist in dieser Form einfach zu kalt und gibt wieder so ein belegtes Brötchen-Bild ab. Ich fragte deshalb nach, ob der Käse immer so zubereitet werde oder nur der Bergkäse. Die Dame sagte, dass würde man immer so tun, damit das Fett nicht rausläuft und der Grill sauber bleibt. Liebes Augusteteam, jetzt mal „Mann oder Maus“ – das geht so nicht. Bitte überdenkt das nochmal. Für den Käse an sich gibt es trotzdem einen Punkt.
Wertung: einfachfleisch

Das Fleisch:
Ich esse gerne Fleisch. Ich esse noch lieber Fleisch in Hackfleischform auf einem Burger. Wenn es dann noch BIO ist, kann ich da nichts Schlechtes dran finden. Es sollte aber schmecken. Das Biofleisch vom fränkischen Hereford Rind schmeckte mir allerdings nicht. Warum? Es war tiefgefroren und hatte den Geschmack von Wildsalami. Es hatte wirklich nicht viel mit Burgerfleisch zu tun. Das geht besser und muss auch besser gehen. Auf meine Nachfrage, warum es tiefgefroren sei, sagte die Bedienung, dass das nicht anders ginge. Es zeigen allerdings viele andere Läden, dass es anders geht. Wenn ihr auf Nachhaltigkeit abzielt, ändert bitte etwas an eurer Zubereitung, dann klappt es auch mit einem nachhaltigen Geschmackserlebnis.
Wertung: einfachfleisch

Die Gesamtwertung:
9 von 18 Punkten
, das entspricht … 1,5 von 3-von dreifachfleisch
Insgesamt ein Burger mit vielen guten Ansätzen aber auch vielen Fehlern. Das Gesamtkonzept von Auguste ist sicherlich ehrenwert und gut. Damit die hohen Preise allerdings auch gleichwertige Leistung rechtfertigen, muss noch einiges getan werden. Insbesondere beim Fleisch kann man mehr  „echte Liebe“ erwarten! Auch bei den übrigen Zutaten ist Besserung möglich. Leider musste ich meine eigentlich positive Meinung revidieren. Ich werde es sicherlich irgendwann nochmal probieren, aber erstmal muss ich den mit diesem Besuch verbundenen Schock verdauen.

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