„Pentaburger“

testDie „offensichtlichen“ Burger kann jeder finden: in Blogs, Restaurantberichten, Stadtmagazinen oder sonstwo. Aber manchmal, da hört man aus verschiedenen Ecken durch Mundpropaganda davon, ohne dass man es erwartet hätte. Der „Pentaburger“ ist so ein Phänomen – diverse Wiesbadener haben mir davon erzählt, und allein schon aufgrund des Namens „Pentaburger“ hatte er für mich vorab schon eine gewisse Eigendynamik. Was blieb also anderes übrig?!

Pentahotel Wiesbaden
Abraham-Lincoln-Straße 17
65189 Wiesbaden

Foto 23.02.14 19 26 26Fairerweise muss man sagen: den gibt es wohl nicht nur in Wiesbaden, sondern generell in allen Pentahotels in Deutschland. Ehrlich gesagt weiss ich gar nicht, wie viele das sind (ah, aber das Internet – mehr als 10 in Deutschland). Die Location in Wiesbaden ist etwas abseits, nicht im Industriegebiet, aber doch eher zwischen Bürogebäuden und nicht gerade fußläufig zu erreichen. Etwas überraschen für mich, dass das Hotel neu renoviert um im Stil eines Designhotels gehalten ist. Der Barbereich erinnert stark an Sportsbar – dunkle Möbel, viele Fernseher, und auch die Speisekarte erinnert mit Wings, Sandwiches und Burgers stark daran. Offensichtlich entschieden wir uns für den Pentacheeseburger mit Bacon und Cheddar, sowie vorweg ein paar Wings (die übrigens ziemlich gut waren).

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Die Optik:
Hier kann man sich nicht beklagen. Der Burger hat eine ordentliche Größe, ist aber nicht zu groß, und ist sauber angerichtet. Man sieht direkt, dass der Käse mitgegrillt wurde. Die „Crispy Fries“ werden in einem Eisenkörbchen serviert, was mal eine schöne Abwechslung ist. Den Beilagensalat AUF dem Teller benötige ich allerdings nicht, zumal er aufgrund des Dressings eine Durchweichgefahr für das Brötchen darstellt. Insgesamt solide.Wertung: zweifachfleisch

Die Brötchen:
Hm. Nicht selbstgebacken, aber ganz akzeptable Ware. Zudem gut verarbeitet: nur die Schnittflächen sind angegrillt, so dass es nicht zu bröselig wird. Auch hier: solide.Wertung: einskommafünffachfleisch

Die Toppings:
Salat und Tomate sowie Bacon. Fangen wir mit dem Positiven an: der Bacon ist schön knusprig und von der Menge her genau so dosiert, dass er nicht zu dominant wird. Nicht so gut gefallen mir die anderen Beilagen – Salat und Tomate. Das Problem? Zu viel Salat (mein Großvater würde sagen: „ich bin doch kein Hase“) und zu üppig geschnittene Tomate. Zudem kommt wohl beides direkt aus dem Kühlschrank. Es ist zwar gut zu wissen, dass hier vernünftig gekühlt wird, aber zu kalte Toppings bilden einen zu starken Kontrast zum Rest eines Burgers. Knapp unter Zimmertemperatur wäre hier sicherlich besser.
Wertung: einfachfleisch

Die Soße:
Auch hier wird das Rad nicht neu erfunden. Auf der Schnittfläche der Oberseite befindet sich eine Art tomatisierte Mayonaise, die auch ein wenig Schärfe hat. Zum „selbst gestalten“ stehen dann aber auch noch diverse Soßen (Ketchup, BBQ…) auf dem Tisch, die zwar auch nicht selbstgemacht oder innovativ sind, aber einem wenigstens die Entscheidung überlassen, was und wieviel auf den Burger kommen soll.
Wertung: einskommafünffachfleisch

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Der Käse:
Für mich ist der Cheddar die Stärke des Burgers. Es wurde eine recht dicke Scheibe gewählt, die rechtzeitig und nicht zu früh beim Garprozess auf das Patty gewandert ist, wodurch er schön verlaufen und „gooey“ ist, aber nicht übergart wurde. Der Käse ist zudem kräftig und aromatisch (wenngleich auch nichts außergewöhnliches) ohne zu käsig (im Sinne von Käsefüßen) zu schmecken und ist meiner Meinung nach für einen Cheeseburger genau richtig.
Wertung: dreifachfleisch

Das Fleisch:
Tzjoar, hier scheiden sich die Geister. Es handelte sich sehr sehr sicher um ein Tiefkühlpatty. Allerdings nicht um eins der Sorte „10er Pack bei Netto“, sondern um eins wie man sie für relativ viel Geld bei Metro oder ähnlichem kaufen kann (also eine relativ hohe Qualitätsklasse). Die Vorteile dieser dicken TK-Pattys liegen darin, dass durch die Tiefkühlung ein sehr saftiges Ergebnis erzielt wird (wenn man es, wie hier, richtig macht). Die Nachteile sind hingegen, dass das Fleisch, meiner Meinung nach, eine relativ feste und kompakte Konsistenz bekommt. Ich ziehe deshalb Frischfleisch eigentlich immer vor, aber irgendwie mag ich diese etwas hochwertigeren TK-Teile, zumal das meistens auch ordentliches Fleisch ist (man kann gleichartige Ware zum Beispiel auch bei Gourmetfleisch kaufen). Kreativität bei der Zubereitung oder Geschmacksgebung fallen aber natürlich weg. Insgesamt auch nur solide.
Wertung: einskommafünffachfleisch

Das Fazit:10,5 von 18 Punkten, das entspricht soliden 1,75 von 3-fachfleisch
Eventuell war ich bei der Bewertung etwas streng, vor allem wenn man es mit der Bewertung eines anderen Burgers in Wiesbaden vergleicht, bei dem ich das TK-Patty etwas großzügiger bewertet habe. Allerdings werde ich natürlich mit wachsender Erfahrung auch anspruchsvoller und bestimmte Dinge stören mich immer häufiger. Und wenn das Fleisch nicht restlos überzeugt, dann kann ich eigentlich kaum mehr als eine solide Wertung geben. Insgesamt schmeckt der Burger im Pentahotel aber trotzdem gut (wenn da die eiskalten Tomaten nicht wären) und deutlich besser als fast jeder andere Sportsbarburger, den ich bisher in Deutschland gegessen habe. Wenn man also mal ein Fußballspiel oder sonstiges mit einem Sportsbarbesuch verknüpfen will, dann kann man das ruhig mal in einem Pentahotel tun und bedenkenlos zum Burger greifen. Eine kleine Randnotiz aber noch dazu: 14 Euro muss man für den Burger mit Fries übrigens investieren. Das lasse ich nun im Raum stehen.

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