Irish Burger

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So, wir waren im Labor. Also eigentlich ist das Folgende nun auch nicht wirklich ein Rezept, sondern eher ein Experiment, aber wir wollten nach längerer Zeit mal wieder etwas ausprobieren. Einen Irish Burger. Warum? Nun, die Idee entstand dadurch, dass wir seit einigen Monaten ein Abo bei Delinero haben (nope, wir werden nicht gesponsort) und deshalb alle 4 Wochen ein Paket mit Leckereien aus jeweils einem europäischen Land erhalten. Bei der Irlandbox kamen wir dann auf die Idee, dass man mit den Produkten ja mal einen Burgerversuch starten könnte: in den Ring stiegen der Glenmore Blend of Ireland, der Ballymaloe Country Relish und ein Blue Cheese von Cashel Blue.

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Den Blue Cheese, ein sehr kräftiger und sehr blauschimmliger Blauschimmelkäse, musste man dazu irgendwie auf die Patties bringen. Einfach nur drauflegen ist zum einen etwas lahm und zum anderen etwas ZU kräftig, weswegen wir ihn zunächst in eine Schüssel gebröselt und dann mit Frischkäse vermengt haben – zur Abrundung noch mit etwas Pfeffer und Zitronensaft abgeschmeckt. Das ganze wurde dann mehr oder weniger streichfähig und konnte auf die Patties in der Pfanne aufgestrichen werden. Warnung: das hält nicht besonders gut und vor allem wenn man es noch in der Pfanne kurz ziehen lässt, läuft man Gefahr, dass man eine riesige Sauerei in den Händen, auf Tisch, Teller und sonst wo anrichtet. Wen das stört, der hat aber ohnehin andere Probleme.

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DSC_9642Etwas aufwändiger war die Verarbeitung des Whiskys. Zunächst mussten mehrere Kostproben stattfinden, ob er denn tatsächlich genießbar ist. Nach einiger Zeit war aber klar: ja, durchaus. Da zum Bluecheese ein Chutney passt, war dies dann auch der Plan. Aus Birnen, Zwiebeln und roten Chili bereiteten wir zunächst „normal“ ein solches zu und löschten es dann mit einem wööönzig kleinen Schluck Whisky ab. Das muss dann natürlich ordentlich einkochen, dann vielleicht nochmal mit einem Schluck Whisky aufgegossen werden und nochmal einkochen (mit Pfeffer, Salz abschmecken, die Süße kommt von den Birnen und vom Whisky). Es sollte dann am Ende schon leicht breiartig und nicht mehr zu stückig sein, sonst wird die Burgerkonstruktion noch schwieriger.

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Am einfachsten war dann natürlich die Handhabung des Tomaten Relishs, den man einfach so auf die Buns auftragen konnte. Abgesehen davon gab es auch gar nichts anderes auf dem Burger, da wir ihn nicht überladen wollten. Natürlich wurden die Buns gebuttert und auf den Schnittflächen angeröstet. Bei den Burgern entschied ich mich für 120g-Patties aus der Gusseisenpfanne, da bei dem Setup einfach ein rustikales und bodenständiges Patty am besten passt. Zusammengebaut sah es dann auch in der Tat richtig gut aus – so in etwa hatten wir uns das vorgestellt. Aufgrund des Chutneys und des Käseaufstrichs war es allerdings, wie schon angedeutet, eher schwierig zu essen. Andererseits: je größer die Sauerei, desto besser der Burger. Dies trifft auch hier zu. Zwar mit Abstrichen, denn der Bluechesse war schon wirklich wirklich wirklich intensiv und er hätte noch etwas mehr mit Frischkäse (wir hatten etwa ein Almette-Fässchen auf das Stück Käse) „verdünnt“ werden können. Das Chutney war dafür perfekt gelungen und wird so von uns sicher wieder einmal verwendet. Mein Favorit war allerdings der Tomaten Relish. Süßlich, fruchtig, würzig, insgesamt perfekt für einen Burger. Wir werden sowas demnächst einmal selbst zubereiten.

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