Bullys Burger in Mainz

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jan (dff) – So, wir waren futtern. Ich schrieb ja schon mehrfach, dass es im Raum Wiesbaden nicht leicht ist, gute Burger bzw. generell Burgerläden zu finden. Vielleicht wird das in Zukunft etwas einfacher, denn in der Landeshauptstadt sind gerade 1-2 Läden in Planung und auch in Mainz tut sich ein bisschen was. Genau da waren wir heute auch, wir haben mal wieder den Weg über den Rhein gewagt:

Bullys Burger
Parcusstraße 8
55116 Mainz
http://www.bullys-burger.de

IMG_4023Zur Wiesbadener Ehrenrettung sei allerdings gesagt, dass es Bullys nicht nur in Mainz gibt, sondern die kleine ‚Kette‘ aus Frankfurt kommt, wo man auch die zweite Filiale findet (Am Weingarten 12, 60487 Frankfurt am Main). Der Laden in Mainz ist in der Nähe des Bahnhofs – ein kleines ‚Häuschen‘ mit einem kleinen Außenbereich auf einer etwas größeren Verkehrsinsel und mit einer bewegten Vergangenheit. Man könnte nun sagen: total doofe Location, weil laut, Autos, Abgase usw. Ich muss aber sagen, dass es eigentlich ganz cool ist, weil es nicht die stromlinienförmig durchgestylte Birkenstammlocation ist, die gerade so sehr im Trend ist.

Leider etwas mehr mit dem Trend geht die Karte, auf der man (auch) die üblichen Italo-Balkan-Mexico-Veggie-Kreationen findet, die man anscheinend in Deutschland benötigt, um ausreichend Burger zu verkaufen. Das soll uns aber nicht stören, schließlich gibt es für unseren Geschmack natürlich den guten alten Cheeseburger (Charolais Patty, Rucola, Tomaten, Rote Zwiebel, saure Gurken, Ketchup, Mayo, Senf), nebst Sweet Potato Fries (schwieriges Thema, selbst in den USA bekommen nicht viele die gut hin). Zum ersten Mal schlucken mussten wir allerdings nicht beim Biss in den Burger, sondern beim Bezahlen: 28 Euro für 2 Burger, 2x Fries und 2x Ice Tea ist sicherlich preislich in der etwas höheren Kategorie. Hier lohnt sich eventuell das Mittagsmenü (Burger, Fries, Coke für nen Zehner).

IMG_3997 IMG_4004 IMG_4002 IMG_4003 IMG_4005 IMG_4006Die Optik:
Ich konnte nicht meckern. Nachdem unser Name über Lautsprecher ausgerufen wurde, wandern Burger und Fries  zusammen in einem Körbchen auf bedrucktem Butterbrotpapier über die Theke. Der Burger ist ordentlich gebaut, völlig ohne Firlefanz und in etwa so, wie ich ihn auch servieren würde – an dieser Stelle bin ich bereits vorsichtig  optimistisch, dass es nicht allzu schlecht sein kann. Optisch jedenfalls absolut zufriedenstellend.
Wertung: dreifachfleisch

Die Toppings: 
Wie gesagt, wir hatten den Cheeseburger, der für diese Kategorie rote Zwiebeln, Rucola, Tomaten und saure Gurken bietet. Zu Hause verwenden wir diese Kombi auch oft: zwar kein aufregendes Experiment, aber einfach der grundsolide Klassiker. Rucola hat „normalem“ Salat voraus, dass er etwas würziger schmeckt, solange er nur frisch ist. Hier konnte ich mich jedenfalls nicht beklagen, sowohl Rucola als auch Tomaten und Zwiebeln waren absolut frisch und vor allem optimal dosiert.
Wertung: dreifachfleisch

Die Soßen:
Ketchup, Mayo und Senf – unspektakulär, was nicht negativ sein muss. Inzwischen denke ich zwar, dass nur eine „richtig“ zusammengebastelte Burgersoße mit einer gewissen Portion Kreativität hier eine Top-Bewertung rechtfertigen würde, bin aber völlig d’accord mit Ketchup, Mayo und Senf, die auf einem guten Burger völlig ausreichen, solange es nicht tragische Unfälle wie 3x soviel Senf wie Ketchup gibt. Hier hat es aber voll und ganz gepasst.
Wertung: zweifachfleisch

Der Käse:
Hier verhält es sich in etwa wie bei den Soßen: relativ unauffällig, was aber nicht wirklich schlimm war. Die Scheibe Käse (relativ dünn) war auf dem Patty schön geschmolzen, hätte für meinen Geschmack aber ruhig noch etwas dicker sowie etwas kräftiger im Geschmack sein können, um den Namen Cheeseburger voll und ganz zu rechtfertigen.
Wertung: zweifachfleisch

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Das Brötchen:
Unser Lieblingsthema. Erster positiver Aspekt hier: die Buns werden von einer Bäckerei in Frankfurt extra angefertigt. Das kann auch schiefgehen, denn auch der deutsche Bäcker macht nicht automatisch ein gutes Softbun. Hier allerdings hat man mit viel Sachverstand gearbeitet und ein wirklich gutes Bun kreiert (wir haben nur die „Standard“-Buns probiert, es gibt auch noch Vollkorn- und Oregano-Varianten). Das Brötchen ist, zu meiner Überraschung, tatsächlich „fluffig“ -meistens steht das ja nur als Alibi auf den Karten- und auch wenn es für mich immer noch mehr in die Richtung Brioche gehen könnte, finde ich die Bullys-Variante gelungen. Es wird angeröstet und beim Essen bröselt nichts, zudem ist es auch nicht „zu viel Teig“, der sich dann im Mund verdreifacht. Was will man mehr?
Wertung: dreifachfleisch

Das Fleisch:
Die Patties aus Charolais-Hack werden frisch auf einem Lavasteingrill in der einsehbaren Küche gegrillt. Dabei sind sie nicht allzu groß und zudem auch noch relativ flach. Die Patties, die wir auf den Burgern hatten, waren, vielleicht auch gerade deshalb, relativ durchgegart. Klingt soweit nicht besonders, ich weiss. Aber ich muss gestehen, dass es geschmacklich RICHTIG gut war. Die Burger werden scharf angebraten und haben dadurch eine krosse Oberfläche und ordentlich Röstaromen, was wirklich, wirklich lecker ist. Generell hat das Patty bzw. das Fleisch ein ordentlich würziges Flavor und den einzigen Wunsch, den ich an diesem Punkt noch hätte, wäre die Möglichkeit, einen Doublecheeseburger zu bestellen. Dies ist jedenfalls der Beweis, dass ein gutes Patty nicht 5cm Durchmesser haben und nicht zwingend Medium gegrillt sein muss. Wäre es allerdings eeeetwas weniger durch, gäbe es eine 1 mit Sternchen.
Wertung: dreifachfleisch

Das Fazit:
16 von 18 möglichen Punkten, das entspricht FANTASTISCHEN 2,66 von 3-fachfleisch
Nun, was soll ich groß sagen, außer: hingehen und ausprobieren. Ich muss gestehen, dass ich bei Bullys einen der besten Burger in Deutschland gegessen habe. Die Wertung der Komponenten spricht für sich und auch der Cheeseburger als Einheit ist hier einfach stimmig und schmeckt richtig gut. Sicher könnte ich nun an der ein oder anderen Stelle sagen, dass ich dieses oder jenes anderes machen würde. Was ich aber selten sage: genauso würde ich mir einen Burger auch selbst machen. Kurzum, uns hat es richtig gut geschmeckt, auch wenn wir ein klein wenig tiefer in die Tasche greifen mussten. Und als Bonus sei gesagt, dass auch die Sweet Potatoe Fries ziemlich perfekt, d.h. außen tatsächlich knusprig (das ist die Kunst) und innen trotzdem noch kartoffelig-weich, waren.

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