Fletchers in Frankfurt

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Nachdem die letzten Burger aus exotischen Ländern wie Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen kamen, war als Nächstes wieder das gute alte Hessenland an der Reihe! Gar nicht so schwer, denn in Frankfurt findet man vermutlich immer einen Laden, der noch nicht getestet wurde. So wurden wir vor kurzem eher zufällig aufmerksam auf:

Fletchers Better Burger
Ohmstrasse 57/Münchnerstrasse 11
60486 Frankfurt am Main
http://www.fletchers-frankfurt.de

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Fletchers hat inzwischen zwei Filialen in Frankfurt, eine etwas zentraler im Bahnhofsviertel, die andere – in der wir waren – etwas verkehrsgünstiger gelegen in Bockenheim in der Nähe der Messe. Das dies eine relativ neu-renoviert/gebaute Business-und Wohngegend ist (Mainova, Zurich, etc.), merkte man nicht nur an den verglasten Fassaden und schicken Appartements in der Nachbarschaft, sondern auch am Stil des Ladens: lange Holztische, viel kühler Beton vs. bunte Designelemente, großem Weinkühlschrank, großer italienischer Espressomaschine – kurzum: böse Zungen würden es wohl einen „Yuppieladen“ nennen.  Allerdings nicht „ich-wäre-gerne-so-ein-Laden“, sondern vielmehr „ich-bin-wirklich-einer“. Man kann sich gut vorstellen, wie hier vor allem das nadelgestreifte Mittagsgeschäft brummt, der Laden passt einfach gut in die Gegend.

Wir waren auch wirklich guter Hoffnung. Die Speisekarte hatten wir schon im Voraus studiert und uns hatte vor Allem gefallen, dass die Burger einfach gehalten werden. Das heißt, es ist alles sehr straight und folgt einer Linie: die Buns werden selbst gebacken, der Cheddar vom Stück geschnitten, das (natürlich frische) Hack wird zur Kugel geformt und dann auf dem Grill zum Patty gesmashed. Die Burger kommen zudem von Haus aus simpel. Kein „Mexikaner“, kein „Grieche“, sondern Hamburger, Cheeseburger, Baconburger – der Grundstock sind neben Patty (und ggfs. Cheese und Bacon) Salat, Tomate, Zwiebel, Gurke, Mayo, Ketchup, Honigsenf. Weitere Toppings gibt es zudem kostenlos (!) auf Wunsch. Wir entschieden uns für einen Cheeseburger mit Jalapenos und karamellisierten Zwiebeln und einen Baconcheeseburger sowie Fries (handgeschnitten, hausgemacht) einmal mit Cayungewürz (top!) und einmal mit Käse überbacken (auch top!).

Fletchers 1

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Die Optik:
Inzwischen scheint bei vielen Läden in Deutschland angekommen zu sein, dass man Burger nicht aufs edle Porzellan servieren und etepetete anrichten muss. Auch bei Fletchers setzt man das gut um: Der Burger ist schön gebaut und wird im Butterbrotpapier aufs Tablett gepackt. Das sieht nicht nur ursprünglich aus, sondern hat auch noch den Vorteil, dass man den Burger ganz einfach auch to-go auf die Hand mitnehmen könnte, wenn man wollte.
Wertung: dreifachfleisch

Das Brötchen:
Ebenfalls absolut kein Grund zur Klage. Die Fletchers-Buns sind fluffig, leicht süßlich, aber überhaupt nicht aufdringlich im Geschmack und halten das ganze Burgerpaket gut zusammen. Wenn man das Haar in der Suppe suchen möchte, könnte man sagen, dass es vielleicht ein klein wenig zu kompakt ist und unter Umständen noch lockerer sein könnte. Aber das ist wirklich meckern auf sehr hohem Niveau.
Wertung: zweikommasiebenfünffachfleisch

Die Toppings:
Salat (eeetwas zu üppig dosiert), Tomate (eeetwas zu dick geschnitten), Zwiebel, Gurke von Haus aus, dazu alle anderen Wünsche (außer Käse und Bacon) kostenlos. Sowohl Jalapenos als auch (bzw. vor allem) die karamellisierten Zwiebeln sollte man unbedingt dazubestellen – passt prima und ist einfach sehr, sehr lecker.
Wertung: zweikommasiebenfünffachfleisch

Die Soßen:
Ich sagte bereits, dass der Basicburger mit Ketchup, Mayo und Honigsenf kommt. Weitere Soßen gibt es ebenfalls kostenlos auf Wunsch dazu. Eigentlich lässt das wenig Wünsche offen, aber auch hier hätte ich gerne von vorneherein eine selbstgemachte, außergewöhnliche Soße, die dem ganzen noch einmal einen gewissen individuellen Aspekt mitgibt- Ketchup kann dann eben doch jeder.
Wertung: zweifachfleisch

Fletchers 2

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Fletchers 3

Der Käse:
Der Cheddar auf dem Cheeseburger wird vom Stück geschnitten und kommt zeitig auf das Patty, so dass er perfekt darauf schmilzt. Geschmacklich ist das kräftig und wirklich gut, allerdings gebe ich auch hier einen GANZ kleinen Abzug in der B-Note, da die Cheddarscheibe vielleicht ein klein wenig dicker sein könnte, damit der Käsegeschmack etwas deutlicher herauskommen würde.
Wertung: zweikommasiebenfünffachfleisch

Das Fleisch:
Das Rinderhack kommt nach eigener Angabe „täglich frisch vom Metzger“ und wird nur mit Pfeffer und Salz verfeinert. Von der Frische kann man sich optisch überzeugen, denn das grob gewolfte Fleisch stand gut sichtbar in kleinen Schalen in der offenen Küche und wurde dann bei Bestellung zu Kugeln geformt, die direkt auf den Grill wanderten und zu flachen aber dennoch stattlichen Patties gesmashed wurden. In der Karte wird bereits angekündigt, dass das Fleisch immer durchgebraten wird – wer medium möchte, muss es vermutlich vorher anmelden. Wir taten das nicht, weil wir den Burger so probieren wollten, wie er gedacht ist. Und: das Fleisch war trotz des Gargrades saftig und sehr kräftig im Geschmack. Exzellent!
Wertung: dreifachfleisch

Das Fazit:
16,25 von 18 – das entspricht extrem starken 2,71 von 3-fachfleisch
Inzwischen hat man es vermutlich herauslesen können – bei Fletchers bekommt man tatsächlich „better Burger“ ohne Schwächen und nur mit marginalen Abzügen in allen wichtigen Kategorien. Von der Wertung her ergibt dies vielleicht den bisher besten Burger in Deutschland. Insgesamt ist der Fletchers-Burger im Rhein-Main-Gebiet wohl in einem Atemzug mit Burger Baby und Bullys Burger zu nennen. Wer hier dann tatsächlich im head-to-head vorne liegt, entscheidet dann vermutlich der persönliche Geschmack – ist im Endeffekt aber auch fast egal, denn ein guter Burger ist nunmal ein guter Burger. Ein (weiteres) Argument für Fletchers habe ich allerdings noch zum Schluss: der Preis! Den Cheeseburger mit Pommes und Coke bekommt man im Menü zu jeder Tageszeit für mittlerweile ziemlich unschlagbare €9,90.

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