das!Burger in Wiesbaden

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Es geschehen noch Zeichen und Wunder – wir schreiben das Jahr 2014 und ein ‚richtiger‘ Burgerladen macht in Wiesbaden auf! Zugegeben, es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der Hype auch in Hessens Landeshauptstadt schwappt (zeitgleich machen hier nun allerdings direkt 3 Läden auf…), aber in Anbetracht der bisher doch eher dürftigen Lage nehmen wir eigentlich alles, was wir kriegen können. Während es in anderen Städten bereits umfangreiche U-Bahn-Burgerpläne gibt, käme man hier mit sehr, sehr wenigen Haltestellen aus. Am vergangenen Samstag konnten wir jedoch endlich in das neu eröffnete

das!Burger
Grabenstraße 16
65183 Wiesbaden
http://www.das-burger.com/

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Irgendwann wird man bei das!Burger vielleicht verraten, was hinter dem Namen steht. Ich habe mir wirklich lange Gedanken gemacht, aber so wirklich Sinn macht es nicht – weder als grammatischer Firlefanz, noch als Wortspiel. Oder? Es weckt zumindest aber schonmal den Eindruck, dass es dort DEN Burger geben würde. Gewagt, in Anbetracht der inzwischen starken Frankfurter Konkurrenz. Zudem versprechen sie „Gourmet Burger“ (sogar „seit 2014“ – Tradition verpflichtet), was mich generell erst einmal skeptisch stimmt, denn viele Gourmet-Burger-Versuche haben wir schon in die Hose gehen sehen.

Eröffnung des Ladens war Ende November und das Interieur ist (nach gefühlt/beobachteter ewiger Renovierung) wirklich schön geworden: kleine Holztische, Bar, offene Küche mit Grill, freigegelegte Backsteinwände. Man sitzt recht kuschlig und eng beieinander, so lädt es jedoch eher zum Leute beobachten ein, als dazu, sich wirklich privat unterhalten zu können. Hier scheint der Laden den Nerv des typischen Wiesbadeners (Anfang 40 bis Ende 50, beiger Mantel, Weißweinchen zum Burger) ganz gut zu treffen und auch treffen zu wollen. Das Besteck zum Burger wird gerne benutzt und dass es auf der Karte leider keinen Icetea oder hausgemachte Limo gibt (was für mich inzwischen schon ein bisschen dazugehört – aber da scheinen wir auch mal dem Hype verfallen zu sein) stört in Anbetracht der Auswahl an besagtem Wein sowie einigen Craft Beers anscheinend auch niemanden.

IMG_5234 IMG_5235 IMG_5246 IMG_5239Aber genug drumherumgeredet. Das Fehlen von Limo und Tee kann ich verkraften, denn die Karte sieht ansonsten gut aus. Keine deutschen Klischee-Burger (ich hab auch echt keine Lust mehr, die 57. Karte mit „Der Italiener“ und „Der Grieche“ zu zitieren), sondern Kreationen, bei denen man sich ein paar Gedanken gemacht hat. Interessant für uns waren natürlich vor allem die Basisburger: „das!Burger“ mit Cheddar, Speck, Tomaten, rote Zwiebeln, Rukola, Burgersoße sowie der „El Grifficito“ mit Cheddar, Tomaten, roten Zwiebeln, Rukola, Pickles, Jalapeno-Scheiben, Feuersoße (vor dem die Kellnerin extra als EXTREM scharf warnte). Dazu gibt es unter anderem hausgemachte Fries und als Vorspeise Twisted Onions („in Bierteig frittierte Zwiebelfetzen“). All das nahmen wir uns dann auch vor:

Die Optik:
Das hatten wir bei den vergangenen Tests in puncto Optik nun öfters – wenig zu meckern. Ich bin zwar kein Fan von Burgern auf Keramik, aber hier ist das in Ordnung. Der längliche Teller sieht irgendwie bei genauerem Hinschauen doch rustikal aus und auf anderen Schnickschnack hat man (zum Glück) verzichtet. Der Burger steht im Mittelpunkt, sonst ist die Platte leer. Gut so. Er selbst sieht bestens aus: glänzendes, kräftig braunes Bun, sauber gebaut, nicht zu viel Gemüse, prima!
Wertung: dreifachfleisch

Das Bun:
So nahe können Freud und Leid beieinanderliegen. Optisch ist das Bun wirklich eine Granate, aber vielleicht hat man es bei der Glanz-Absicht ein klein wenig übertrieben. Die Brötchen werden (im Haus oder vom Bäcker – ich weiss es nicht mehr) extra zubereitet und sind auch wirklich nicht schlecht. Allerdings gehen sie einen Tick zu sehr in Richtung Eierweck/Hörnchen. Also vielleicht ein wenig zu trocken und ein klein wenig zu kompakt und etwas zu süß glasiert. Etwas fluffiger wäre auf jeden Fall schön.
Wertung: zweifachfleisch

Die Toppings:
Endlich mal kein Eisbergsalat, sondern Rucola. Ich finde das wirklich viel besser, da der Rucola dem Burger auch tatsächlich noch einmal Geschmack mitgibt und nicht nur Füllmaterial ist, wie Eisberg- oder auch Kopfsalat. Über die anderen Toppings kann man sich ebenfalls nicht beschweren, nur die Jalapenos haben uns nicht so gefallen: sie waren zwar frisch aufgeschnitten aber ziemlich schärfe- und geschmacklos. Hier bevorzugen wir die eingelegte oder gegrillte Variante doch deutlich.
Wertung: zweikommazweifünffachfleisch

Die Soßen:
HA! Endlich mal wieder ein Laden, der sich bei der Soße Gedanken macht und eine „Burgersoße“ (auf dem „das!Burger“) bzw. eine „Feuersoße“ (auf dem El Grifficito“) verwendet. Die scharfe Variante war zwar nicht wirklich richtig scharf, die „Burgersoße“ auf Ketchup/Mayo-Basis ist zwar einfach, hat uns aber gut gefallen.
Wertung: zweikommazweifünffachfleisch

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Der Käse:
Hier wird ein schöner, tendenziell mittelkräftiger Cheddar verwendet. Bei einem unserer Burger war er etwas zu kurz auf dem Fleisch und nicht richtig geschmolzen. Das sieht zum einen nicht perfekt aus, zum anderen ist es dann auch kein schönes Mundgefühl, wenn der Käse in der Mitte noch bissfest ist. Vielleicht kann man das noch ein wenig optimieren (oder aber, der verwendete Käse gibt keinen besseren Schmelzgrad her – kann auch sein).
Wertung: zweifachfleisch

Das Fleisch:
Das Hackfleisch kommt am Stück (also noch nicht als Hack) aus dem für gutes Rind sehr bekannten Vogelsbergkreis (genau genommen von hier) und wird dann vor Ort in der Küche frisch gewolft. Die ordentlich portionierten Patties wandern dann auf den großen, einsehbaren Grill und werden medium gegart. All das tut dem Burger sehr gut, denn das Pattie ist optisch und geschmacklich hervorragend: perfekt gebraten, schön kräftig, fleischiger Geschmack und ohne störende zusätzliche Gewürze – hier ist die Bestnote absolut verdient.
Wertung: dreifachfachfleisch

Das Fazit:
14,5 von 18, das entspricht sehr guten 2,42 von dreifachfleisch
Nach anfänglichen Bedenken wegen Besteck zum Burger, dem Publikum im gehobenen Alter (dies ist nicht abwertend gemeint – vielmehr fanden wir das einfach nur ungewohnt in einem Burgerladen) waren wir im Endeffekt dann doch sehr zufrieden mit dem Burger. Vor allem das Fleisch hat uns überzeugt und Wiesbaden hat nun eine ernstzunehmende Burgeradresse! Wenn man bedenkt, dass erst vorige Woche eröffnet wurde und kleine Schwächen vielleicht noch ausgebessert werden, bin ich sehr zufrieden. Einen Tipp habe ich noch: die Fries haben uns nicht so gut gefallen (nicht knusprig, sehrsehr salzig), aber die Fried Onions sind DER HAMMER – eigentlich eine Mahlzeit für sich und auch zum Burger (wir hatten sie als Vorspeise) statt Pommes eine sehr gute Ergänzung. Also, ohne Lokalpatriotismus: Wiesbadener und Umgebung, hingehen!

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2 Replies to “das!Burger in Wiesbaden”

  1. Leck mich am Arsch – der Bericht verspricht einiges. und die Fotos sehen auch sehr geil aus. Danke für den Test! Ich hoffe ich werd die gleiche Erfahrung diese Woche dort machen!

    1. Da wünschen wir natürlich viel Spaß und guten Hunger!

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