Nassau Burger & Beef Company, Wiesbaden

test

Vor kurzem berichteten wir bereits, dass in Wiesbaden aktuell das Burgerfieber grassiert. Kurz nach Weihnachten machten wir uns deshalb wieder an die „Arbeit“ und nahmen den zweiten ernstzunehmenden neuen Laden in den Blick:

Nassau Burger & Beef Company
Michelsberg 9
65183 Wiesbaden
https://www.facebook.com/nassauburger

IMG_5735Nach Das!Burger nun also die Nassau Burger & Beef Company. Ähnlich wie beim nur unweit entfernten Nachbarn konnte man auch bei der „NBBC“ den Entstehungsprozess via Social Media verfolgen. Marketing-Macher Joerg Mueller plante seinen Burgerladen seit vergangenem Sommer und durchlief sichtlich verschiedene Evolutionsstufen: erst nur Burger, dann kamen Steaks dazu, dank Location nun eher Restaurant und Bar als Burgerladen, schwerpunktmäßig aber nach wie vor mit Burgern auf der Karte. Der eigene Anspruch? Feinste Zutaten, bestes, selbstgewolftes Fleisch, natürlich aus der Region, ebenso wie der Salat und die hochwertigen Tomaten: kurzum – die Erwartungen an Aroma und Geschmack sind geweckt und hoch.

Das Interieur ist eher minimalistisch kühl: Holzbänke, Holztische, viel grau, viel Beton – sehr modern, aber der letzte Funke Gemütlichkeit will bei uns nicht ganz überspringen, ist vielleicht aber auch nicht gewollt. Der vordere Bereich des Ladens ist dabei sehr viel angenehmer und gemütlicher als der hintere, in dem wir leider saßen. Der Blick auf die Karte zeigt deutlich, dass hier nicht nur auf die Schnelle-Hunger-Laufkundschaft, sondern auch auf den etwas üppigeren Geldbeutel mit etwas Sitzfleisch geschielt wird: der günstigste Burger „Classic“ (ohne Fries und Getränk) kommt auf 8,90, respektive 9,90 mit Käse und Bacon (mit Fries und 0,2(!) Getränk knapp 14,50/15,50), und der teuerste mit Entrecote-Patty, Garnele und Trüffelmayo bringt es auf stolze 18,90€. Qualität hat also auch hier ihren Preis. Auffällig: sowohl NBBC als auch Das!Burger setzen bei den Getränken stark auf Weißwein- und Craftbeerdurst, auch hier leider keine hausgemachte Limo oder Eistee, sondern die mittlerweile üblichen Trendmarken.

IMG_5741 IMG_5736 IMG_5737 IMG_5738IMG_5809 IMG_5811

Die Optik:
Wir waren fast in Vollbesetzung vertreten und entschieden uns 3x für den Classic (mit Bacon/Käse plus 1x mit Jalapenos) und einen Chickenburger. Die Burger erscheinen allesamt auf einem schönen Holztablett und werden von den Fries umrandet. Der Burger ist sauber verarbeitet und verbaut und auf dem Tablett samt Papierunterlage wirklich sehr ansprechend serviert. Dazu kommt ein kleines Töpfchen mit schon optisch erkennbar selbstgemachtem Ketchup. Nette Randnotiz: die Tabletts werden von den Wiesbadener Werkstätten für behinderte Menschen gefertigt!
Wertung: zweikommafünffachfleisch

Die Buns:
Das Bun wird durch einen guten lokalen Bäcker gefertigt und wurde extra mit und für die NBBC entwickelt. An und für sich ist das absolut positiv und gut, unserer Meinung nach sollte man hier aber lieber noch ein bisschen weiterentwickeln. Wir fanden es extrem kompakt, sehr viel Bun im Verhältnis zum Burger, das heißt es war ein wenig zu teigig, auch im Mund, und dafür einfach zu neutral- mit etwas mehr Süße, vielleicht sogar etwas weniger Salz  würde das Bun besser mit dem Rest des Burgers korrespondieren. Zudem könnten die Innenseiten etwas schmackhafter angeröstet werden.
Wertung: einskommafünffachfleisch

Die Toppings:
Der Classic-Burger wird mit Tomaten, eingelegten Gurken, karamellisierten Zwiebeln, Lollo Bionda und wie optional bestellt mit Bacon und Cheddar (sowie einmal mit Jalapenos) serviert. Die Toppings, die frisch sein müssen (Salat und Tomate), sind es auch. Die Zwiebeln hielten sich leider sehr im Hintergrund – hier könnte man vielleicht ein wenig mehr karamellisieren bzw. etwas kräftigere Zwiebeln verwenden. Die Jalapenos haben uns verwirrt: sie waren nicht eingelegt, sondern frisch, und leider auch keine Jalapenos, wie auf der Karte versprochen, sondern mehr oder weniger „normale“ Pepperoni, fast Paprika. Irgendwie hat das nicht wirklich gepasst (man vermisst die Säure und den Feuer der eingelegten Variante, aber vermutlich ist auch das Geschmackssache). Gut gefallen hat uns der Bacon, der merkbar frisch und nach Bacon schmeckte und nicht nach verkohlter Massentierhaltung.
Wertung: zweifachfleisch

Die Soßen:
Leider fällt diese Kategorie raus und kann nicht bewertet werden, da der Standardburger bewusst ohne Soßen serviert wird, um den Geschmack des Fleisches nicht zu verfälschen. Eigentlich hatten wir überlegt, dies negativ zu bewerten, da dem Burger unserer Meinung nach zur Abrundung eine Soße gutgetan hätte. Wir haben uns dann aber dagegen entschieden, da man – wenn man es denn weiß – optional eine Soße dazubestellen könnte. Der zu den Fries servierte Ketchup erscheint uns dafür nicht geeignet, da wir ihn zu blass und fad fanden. Der Baconjam (eine „Marmelade“ aus Zwiebeln und Bacon), den es zu einem anderen Burger und zur Redneck-Tapas-Vorspeise gibt, ist dagegen exzellent und wird beim Wiederbesuch definitiv zum Burger bestellt.
Wertung: ohne Wertung

Der Käse:
Das positive Vorweg: es ist Cheddar. Leider hat er uns auch hier nicht vollends überzeugt. Zum einen nicht besonders kräftig, was aber auch daran lag, dass es mehrere kleinere, ziemlich dünne Scheibchen waren. Zum Anderen war er zu großen Teilen auch nicht geschmolzen, so dass er etwas bröckelig auf dem Patty liegen blieb – fast wie auf einem Käsebrot.
Wertung: einskommafünffachfleisch

Das Fleisch:
Überzeugt! Die Qualität ist hervorragend (wenn ich richtig mitgelesen habe, kommt es von einem Züchter aus dem Vogelsbergkreis) und das Hack wird stets frisch gewolft und dem Anscheind „frei Schnauze“ geformt und gegrillt. Heraus kommt ein 180g-Patty, bei dem man durchaus argumentieren könnte, es ohne Soße zu servieren. Es hat eine lockere Konsistenz und einen frischen, kräftigen Fleischgeschmack, dabei ist es gleichzeitig sehr saftig. Unsere Patties waren leider ein klein wenig zu salzig und auch mehr well-done als medium, obwohl extra nachgefragt wird und so medium bestellt wurden. Trotz dieser Abzüge in der B-Note kann man beim Fleisch aber kaum meckern.
Wertung: zweikommafünffachfleisch

Das Fazit:
10,5 von 15 Punkten, das entspricht 2,1 von 3fachfleisch
Auch wenn die NBBC das wiesbadeninterne Duell gegen Das!Burger in unserem Test verliert, hat der Hausburger am Michelsberg durchaus positive Aspekte. Es zeigt aber auch, dass nicht jeder Burger unbedingt ohne eine Soße auskommen kann – hier war uns das Ergebnis geschmacklich etwas zu eindimensional. Um dem Vorzubeugen, sollte man sich wohl separate Soße, bestenfalls den Baconjam bestellen um den Burger damit zu ergänzen.Die Double Fried Fries fanden wir enttäuschend, allerdings wurden diese inzwischen überarbeitet und durch eine andere Variante ergänzt (bei uns waren es nur recht kleine, sehr salzige Bröckchen).

Geärgert haben wir uns über den Service, aller Anfang ist schwer, aber ständig wechselnde Kellner am Tisch, wortloses Hinstellen der nie vollständigen Getränke und leider, insgesamt große Wortkargheit und Verwirrung um Bestell- und Bezahlsystem kriegt man sicher mit der Routine in den Griff.

IMG_5810IMG_5739

One Reply to “Nassau Burger & Beef Company, Wiesbaden”

  1. Die Burger-Welle schwappt weiter durch Wiesbaden: http://www.jodenas-diner.de/
    Ich war kürzlich dort und fand es sehr lecker.

Schreibe einen Kommentar