Jamy’s Burger, Frankfurt

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Die Zeit vergeht wie im Flug. Mit Erschrecken habe ich gemerkt, dass der letzte Blogbeitrag bzw. Test schon wieder fünf Monate ewig zurückliegt. Dabei sind wir aufgrund des guten Wetters schon fleissig dabei, mit dem Smoker einen brauchbaren Smoked Burger zu entwickeln und auch ansonsten dreht sich nach wie vor viel um Burger. Nun bot sich am vergangenen langen Wochenende einmal wieder die Gelegenheit, sich in Frankfurt herumzutreiben und etwas Neues auszuprobieren. Nach kurzer Recherche stieß ich auf einen Laden, von dem ich vorher noch nie etwas gehört hatte und der relativ neu zu sein scheint:

Jamy’s Burger
Oskar-von-Miller-Straße 1
60314 Frankfurt am Main
www.jamysburger.de

IMG_7232Die Lage von Jamy’s hatte vor nicht allzu langer Zeit große Medienpräsenz: wir mussten uns in unmittelbare Nähe der neuen Europäischen Zentralbank begeben – das Restaurant liegt zwischen Sachsenhausen und Ostend auf der Ostend-Seite direkt am Main. Ziemlich gute und vermutlich auch gut besuchte Lage (schätzungsweise vor allem auch Mittags als Lunch-Location sowie als „Treffpunkt für Szene-Volk, Kollegen aus dem Büro, junge Familien oder all eure Freunde“) mit großem Außenbereich und einem ebenfalls sehr großzügigen Innenraum. Ich will gar nicht viel zum allgemeinen Design sagen, da ich mich inzwischen doch nur wiederholen würde, aber auch hier wird das „hippe“ Publikum mit Edelstahl, Holz, grün, grau und Backstein angelockt – was anscheinend auch gut funktioniert, denn sowohl draußen als auch drinnen war praktisch kaum ein Platz frei. Soviel dazu.

Nun zum wichtigsten: die Burger. Die gibt es in der klassischen Variante, mit Käse, scharf, mit Pilz statt Fleisch und auch mit Hühnchen statt Rind. Nichts gewollt außergewöhnliches, sondern heutzutage eine fast bodenständige Burgerkarte. Wer schon einmal bei Shake Shack war, wird außerdem den Eindruck nicht los, dass die Jamy’s-Macher dort auch schon einmal vorbeigeschaut haben (was sich durchaus positiv bemerkbar macht). Ich entscheide mich jedenfalls standesgemäß für den Basis-Burger: Jamy’s Classic, „Angus-Rindfleisch belegt mit Käse, knackigem Salat, frischen Tomaten & Jamy’s hausgemachter Soße“ sowie zusätzlich (for free) Gurke und Zwiebeln (und natürlich Sweet Potato Fries). Nach der Bestellung bekommt man dann erstmal einen Buzzer (hello Shake Shack, again :)) und muss warten. Und warten. Und warten. Und warten. Nach 35 Minuten war es dann aber soweit und die Burger fertig – ganz schön lange Wartezeit im Vergleich zu anderen Burgerrestaurants.

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Die Optik:
Makellos. Die Burger kommen in Wachspapiertaschen auf Edelstahltabletts und sind optisch wie gemalt. Frischer Salat, schöne Buns, gut gebauter Burger – viel ästhetischer geht es eigentlich nicht und mehr muss ich dazu an dieser Stelle auch nicht sagen.
Wertung: dreifachfleisch

Die Buns:
Ich oute mich nun nicht nur als Fan der Optik, sondern auch als großer Fan der hier verwendeten und laut Homepage vom Bäcker eigens angefertigten Jamy’s-Buns. Briochig, locker, nicht zu süß, nicht zu kompakt, sondern schön soft ohne störenden starken Eigengeschmack. Auch hier halte ich es eher kurz: in Deutschland habe ich noch kein (für mich) besseres Bun gegessen.
Wertung: dreifachfleisch

Die Toppings:
Der Salat und die Zwiebeln waren frisch und knackig, die Tomaten ein wenig geschmacksneutral (allerdings haben wir auch gerade erst Mai). Gefallen haben mir die großen Gewürzgurkenscheiben im Gegensatz zur ansonsten üblichen homöphatisch dosierten Burgergurke. Für die Topbewertung hat mir hier allerdings ein wenig das Highlight gefehlt, vielleicht karamelisierte Zwiebeln, ein Chutney oder was auch immer.
Wertung: zweikommafünffachfleisch

Die Soße:
Jamy’s verwendet eine hausgemachte Soße auf Mayo-Ketchup-Basis. Auf dem Standardburger finde ich diese Art von Soße ziemlich gut, auch hier wurde ich wiederum ein klein wenig an Shake Shack erinnert. Man muss das mögen, denn diese Art von Soße geht immer ein wenig in die süßliche Richtung (und könnte für mich durchaus auch etwas würziger sein), aber sie passt hier gut zum Gesamtbild des Burgers und fügt sich in dessen Geschmack nahtlos ein.
Wertung: zweikommafünffachfleisch

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Der Käse:
Der Käse wird bei Jamy’s wirklich schön verarbeitet, d.h. er ist schön auf dem Patty geschmolzen und ist auch gut dosiert. Nicht zu dick, nicht zu dünn geschnitten. Es ist allerdings auch eine relativ milde Sorte. Auf der einen Seite soll der Käse natürlich nicht zu dominant erscheinen, auf der anderen Seite finde ich es aber auch immer ganz nett, wenn man ihn ein klein wenig herausschmecken kann: ein klein wenig intensiver hätte es hier sein dürfen.
Wertung: zweifachfleisch

Das Fleisch:
Ihr kennt das: Qualität, Verarbeitung, Geschmack. Auch hier kann ich ich eigentlich nicht beschweren. Wir reden hier über frisches Rindfleisch lokaler Herkunft (leider weiß ich nicht, woher), das frisch auf die Grillplatten kommt (ihr seht das auf den Bildern) und einmal gewendet wird. Auffällig ist die schöne Kruste, die man dabei entstehen lässt. Nachteil: obwohl angekündigt wird, dass die Burger immer medium gebraten werden, waren unsere Burger alle relativ durchgegart. Schade, denn ohne dieses Manko hätte wenig gegen die Topwertung gesprochen. Der Geschmack überzeugt nämlich durch puren, guten Rindgeschmack, nicht zu fettig aber auch nicht trocken und vor allem nicht mit abstrusen Gewürzexperimenten verfälscht.
Wertung: zweikommafünffachfleisch

Das Fazit:
Fantastische 15,5 von 18 Punkten, also 2,58 von 3-fachfleisch
Wir hatten in der Vergangenheit ja einige sehr gute Burger (Bullys, Fletchers, to name a few) auf konstant gutem und ähnlichem Niveau. Wenn ich mich aber entscheiden müsste und nur den Burger und nicht Ambiente, Wartezeit etc. mit einbeziehe, dann würde ich mich vermutlich zu der Aussage hinreissen lassen, dass Jamy’s hier unabhängig von jeglichem Wertungsschema meinen Favorit hingelegt hat. Das mag zum einen am exzellenten Bun liegen, aber auch der Gesamteindruck des Burgers mit nur wenigen Schwächen (aka Gargrad) hat mich überzeugt. Plus: die Sweet Potato Fries sind knusprig und ebenfalls absolut empfehlenswert; zudem gibt es ausgezeichnete, hausgemachte Limette-Minz-Limonade aus Plastikbeuteln (die sind allerdings so gar nicht umweltfreundlich).

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