Otto’s Burger in Hamburg

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Freunde der Burgerkultur, nun wird es ernst – wir sind verliebt. Aber der Reihe nach. Um nicht immer nur im Rhein-Main-Gebiet zu stochern, waren wir kürzlich einmal wieder in der schönsten Stadt der Welt. Richtig: Hamburg. Auch wenn wir hier neben Fisch- und Franzbrötchen kaum noch Magenkapazitäten hatten, mussten wir natürlich einen Burger unter die Lupe nehmen. Die Wahl war gar nicht so leicht, denn eigentlich wollten wir zu The Bird, aber die (bzw. die Original-Filiale in Berlin) hatten wir hier im Blog schon, und ansonsten hatten wir keinen ganz „heißen“ Tipp. Nach ein wenig Recherche fiel die Wahl dann ohne große Vorahnung auf

Otto’s Burger
Lange Reihe 1-5
20099 Hamburg
www.ottosburger.com

IMG_7531bZu Otto also. Wobei der Laden gehört keinem Otto gehört, sondDaniel MacGowan von Holstein. Das klingt nicht nur nach einem deutsch-britischen Crossover, sondern ist es laut seinem Instagram-Profil auch. Ohne zu spoilern: die London-Erfahrung merkt man hier an allen Ecken und Enden. Der Restaurant-Name stammt somit also nicht vom Inhaber, sondern hängt vielmehr mit einer der vielen „Legenden“ von der Entstehung des Burgers zusammen (übrigens eine, die ich bis dato nicht kannte):

Der Name „Otto‘s Burger“ resultiert daher, dass das heute als Hamburger bekannte Essen vom deutschen Koch Otto Kuase im Jahre 1891 erfunden wurde. Ursprünglich als „Deutsches Beefsteak“ serviert, handelte es sich hierbei um ein Sandwich, bestehend aus einem Filetsteak und einem Spiegelei zwischen zwei gerösteten Brotscheiben. Besonders beliebt war diese Speise damals bei den vielen Seefahrern, die zwischen Hamburg und New York unterwegs waren. Der Legende nach mussten die Seefahrer in New York damals lediglich nach einem „Hamburger“ fragen, um ein „Deutsches Beefsteak“ serviert zu bekommen. Wir bringen den Burger jetzt wieder zurück nach Hause: kreiert wurde der einzigartige, unverwechselbare Geschmack der Burger mit unserer rauchigen Mayonnaise und Fleisch in London – handgefertigt wird der Burger in seiner Heimat Hamburg.

Marketing hin oder her, erstmal klingt das ja gar nicht so dumm. Von Otto’s Burger gibt es inzwischen zwei Filialen, wir besuchten die in der Langen Reihe. Aktuell und an diesem Tag besonders abenteuerlich zu erreichen, denn neben den katastrophalen Baustellen in der Gegend war dort an diesem Tag auch noch ein Straßenfest, was uns aufgrund Zeitknappheit fast schon die Tour vermiest hätte. Aber dank sündhaft teurem Parkhaus hat es letztlich doch noch gut geklappt. Erstmal waren wir ein klein wenig erstaunt, denn nach den ganzen durchgestylten Läden, die wir in der Vergangenheit besucht haben, fällt Otto’s Burger klar durchs Raster: es wirkt mehr wie eine Bude, die in Santa Monica am Pier steht oder in London etwas abseits der Hauptstraßen steht und in keinem Reiseführer genannt wird. Ungezwungen, nicht frisch renoviert, authentisch – man meint, dass es den Laden schon seit Ewigkeiten dort gibt (dem ist natürlich nicht so). Die Küche ist einsehbar, befindet sich aber hinter Fenstern mit Holzrahmen, und neben der Kasse steht ein Tip-Jar für Trinkgelder. Das Interieur ist ähnlich: viel Holz, es wirkt zusammengewürfelt aber trotzdem gemütlich und stimmig. Uns hat das sehr gut gefallen, denn es fühlt sich nicht so an wie „wir wären gerne echt/hip“ sondern „wir sind echt/hip“. So muss eine Burgerbude aussehen.

IMG_7533So. Nun zur Karte: die befindet sich auf eine Tafel geschrieben an der Wand und ist relativ übersichtlich gestaltet – aber seht selbst. Für uns interessant natürlich wie immer der Standardburger und die Sweet Potato Fries. Besonders gespannt war ich auf die hausgemachte Smokey Mayo sowohl auf dem Burger als auch zu den Fries. Als ob meine Gebete erhört wurden: endlich mal wieder jemand, der sich Gedanken über eine vernünftige Soße auf dem Burger macht, die nicht vom netten Herrn Heintz stammt. Hätte ich gewusst, wie megastark die Mayo sein würde, hätte ich sicherlich auch noch die Trüffel Honey-Soße bestellt. Und ja, in der allgemeinen Hektik des vollen Ladens ist mir durchgerutscht, dass ich eigentlich auch noch Jalapenos wollte. Egal.

Die Optik:
Mal was Neues – die Burger kommen auf weißem Emaile-Geschirr mit blauem Rand. Die Fries sind direkt auf dem Teller dabei, die Mayo auch, allerdings in einem kleinen Alutöpfchen. Alles nicht zu gewollt, nicht zu wenig gewollt, sondern genau richtig und obwohl ich ansonsten eigentlich was gegen Teller hab wirkte dieser hier mit dem Burger ziemlich cool. Der Burger selbst war optisch (für mich!) auch ein Highlight: so kenne ich sie aus den USA/UK. Käse schön auf das Patty geschmolzen und das Burgerbrötchen „greasy“ glänzend, weil es auf direkt beim Burger auf der Grillplatte lag.
Wertung: dreifachfleisch

Das Brötchen:
Es klingt bei der Optik schon heraus – ich war begeistert. Bei Otto’s gibt es das für mich per-fek-te Bun. Das liegt nicht nur an der „Zubereitung“, also dass es in der Burger“grease“ gewendet wird, sondern das Brioche Bun ist auch ansonsten optimal – süßlich, aber nicht zu süß, weich, aber nicht so weich, dass es sich auflöst, und auch nicht so kompakt, dass es im Mund immer mehr wird, sondern schön fluffig bleibt.
Wertung: dreifachfleisch

Die Soßen:
Tzjoar. Hier liefert mir Otto’s den Beweis, wie sehr eine gut durchdachte und perfekt abgeschmeckte selbstgemachte Soße einen Burger aufwerten kann. Die Smokey Mayo ist heftig lecker – cremig, rauchig, aber nicht zu aufdringlich und auch nicht dominant, aber eine perfekte Ergänzung. Das Gute ist, dass sie sowohl zum Burger, als auch zu den Fries passt. Ketchup gab es hier nicht, war aber auch absolut nicht notwendig. Danke, danke, danke. Irgendwann/irgendwie muss ich das Rezept herausfinden.
Wertung: dreifachfleisch

Die Toppings:
Salat und Tomate nehme ich mal als Standard-Topping hin – frisch und knackig, also kann man nicht viel falsch machen. Der Clou waren aber die eingelegten Zwiebeln, denen man durch das Einlegen einen geschmacklichen, süßsauren Twist gegeben hat.
Wertung: dreifachfleisch

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Der Käse:
Nun suche ich mal das Haar in der Suppe (damit ein wenig Luft nach oben bleibt). Der Käse ist zwar perfekt verarbeitet, d.h. er war sehr schön auf den Pattys geschmolzen, tritt aber geschmacklich kaum hervor. Klar, zu viel wäre auch nicht gut, aber eine ein klein wenig kräftigere Sorte wäre vielleicht nicht schlecht – dünnes Eis, aber ich hätte es auf einen Versuch ankommen lassen.
Wertung: zweikommafünffachfleisch

Das Fleisch:
Nun zur Königsdisziplin. Auch hier schwebt über dem Thema „Qualität“ das Wort „Regionalität: das Fleisch kommt von lokalen Landwirten. Interessant ist, dass man es mindestens 3 Wochen reifen lässt, bevor es zum Burger wird. Geschmacklich sicherlich sinnvoll und so habe ich das auch noch nirgends anders gehört/gelesen. Die Patties werden nach Augenmaß gefertigt und wandern dann auf die Grillplatte, wo sie (mit schönen Röstaromen) medium und vor allem saftig gegrillt werden. Zwar war eines der Patties nicht mehr ganz medium, dies konnten wir aber verzeihen, da der Geschmack absolut überzeugt hat. Das Fleisch ist so aromatisch (kräftig, leicht nussig), dass es hier vermutlich auch wirklich ohne Soße ausgekommen wäre (lasst sie blos drauf).
Wertung: dreifachfleisch

Das Fazit:
17,5 von 18 Punkten, das entspricht schwindelerregenden 2,92 von 3-fachfleisch

An der Wand steht: „Otto’s Burger – It’s Love“. Stimmt. Wir sind wirklich kritisch und vielleicht für den ein oder anderen zu sehr von dem beeinflusst, was wir in London und den USA gegessen haben. Aber bei Otto bekommt man einfach einen richtig richtig geilen Burger, den wir so in Deutschland noch nicht gefunden haben. Er erinnert zum Beispiel an Meat Market und muss den Vergleich nicht scheuen. Genau nach unserem Geschmack, darauf haben wir gewartet. Alle Komponenten fügen sich hier zu einer Einheit, also genau, was wir uns immer wünschen. Man „empfindet“ die einzelnen Komponenten nicht mehr „einzeln“, sondern es passt einfach alles zusammen. Wir kommen sehr sehr gerne und hoffentlich sehr bald wieder.

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2 Replies to “Otto’s Burger in Hamburg”

  1. Hi,

    ich teste auch immer wieder mal Burger.
    Allerdings nicht ausschließlich, sondern auch viel Döner, Gyros, Pizza, Pommes und co., aber nur in Langenfeld im Rheinland und Umgebung.

    Es gibt in meinem Blog immer wieder neue Berichte. Schaut gerne einfach mal rein: http://langenfeldisst.wordpress.com

    Wir sind ja quasi Kollegen…

    Gruss,

    Silag

  2. […] Weitere Tests gibt’s noch bei den Bloggerkollegen: Kati@typisch-hamburch, Jan@dreifachfleisch. […]

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