Smoked Burger

rezept

Lang ist es her, dass wir selbst ein wenig kreativ wurden. Nachdem ich aber schon vor einige Zeit großspurig angekündigt hatte, (endlich) einen Smoked Burger ausprobieren zu wollen, schritten wir nun endlich zur Tat. Dies gestaltete sich aber gar nicht so einfach wie gedacht, da die Anregungen im Internet dazu recht überschaubar waren. Entweder die Patties waren einfach nur stinknormale dünne Standardexemplare, die mir zu langweilig waren, oder man bekam die Meinung um die Ohren gehauen, dass man ordentliche Burger nicht smoken kann, sondern scharf grillen muss. Gut, das Argument konnte ich schon nachvollziehen und im Prinzip würde ich auch so argumentieren, aber an dieser Stelle war ich noch nicht bereit aufzugeben.

IMG_9646Die Bedenken kamen vor allem daher, dass im Smoker normalerweise natürlich große Fleischstücke besonders perfekt werden. So ein kleines Patty und noch dazu aus Hackfleisch läuft dann natürlich schnell Gefahr, trocken zu werden. Um dies zu vermeiden, traf ich aber bestimmte Vorkehrungen. Da es ohnehin mein Ziel war, möglichst viele Bestandteile des Burgers im Smoker zu veredeln, kombinierte ich einfach Käse, Bacon und Hackfleisch. Der Plan: innen Käse, außen Bacon, dazwischen das Patty. Damit ordentlich Masse vorhanden war, sollte letzteres aus ca. 300 Gramm Fleisch bestehen. Ich war mir nicht sicher, ob das alles gut zusammenhält, aber es hat viel besser geklappt als gedacht. Anders als üblich habe ich in diesem Fall das Fleisch auch ein wenig gewürzt (einfach nur Knoblauchpulver, Cayenne, Chili, Salz, Pfeffer) und das fertige Patty noch mit ein wenig Roastbeefmischung gerubbt.

Zusammegebaut habe ich die Testobjekte übrigens ganz simpel: jeweils 2 Patties à 150 Gramm erstellt, Ober- und Unterseite also, in die Unterseite dann ein paar schöne Scheiben Gouda gedrückt und dann die Oberseite draufgesetzt. Man hat dann an der Seite natürlich eine „Schnittstelle“, die man mit ein bisschen Geschick einfach glattstreichen kann, so dass am Ende der wertvolle Käse nicht in den Grill läuft. Mit dem Bacon hatte ich eigentlich etwas anderes vor – er sollte sternförmig drumherum gelegt werden -, da ich aber die Größe der fertigen Patties unterschätzt hatte, reichte es nur für ein „Band“. Dies hat dem ganzen aber noch einmal Stabilität gegeben.

Zugegeben, alles war etwas experimentell, angefangen beim Rezept bis hin zum Holz. Buche hätte es eigentlich sein sollen, da ich die aber größtenteils verbraucht hatte, war es ein Sammelsurium aus Restholz. Um ein solides Fundament zu haben, habe ich den Smoker erst einmal ordentlich damit eingefeuert bis ich eine konstante Temperatur von ca. 120 Grad hatte und später dann noch ein wenig Apfelholz nachgelegt.

Bei Hackfleisch sind diese Temperaturen ja ein wenig kritisch, von daher benutzte ich zumindest in einem Patty ein Thermometer. Die Meinungen zum Gargrad variierten ebenfalls ein wenig: 65 Grad soll bei Metzgerhackfleisch ok sein, Discounterware (haha, als ob!!) muss über 70 Grad haben. Ich entschied mich trotz Top-Qualität für 68 Grad als Ziel, um erstmal keine Risiken einzugehen. Wenn man sich der Qualität nicht sicher ist und kein Risiko möchte, sollte man aber sicherheitshalber auf 70-75 Grad gehen. Das nächste Thema war dann, wie lang das wohl alles benötigen würde. Manche Pioniere schrieben von einer 3-stündigen Garzeit – allerdings bei einer Grilltemperatur, die mir dubios niedrig erschien in Anbetracht von Hackfleisch. Geschätzte und tatsächliche Grilldauer blieben dafür dann bei mir sogar im Einklang: ca. 70 Minuten war das Fleisch auf dem Grill, hielt dabei prima zusammen und der fleissige Smoker roch dabei wahnsinnig gut.

Wie war es denn dann letztendlich? Also, ohne zu übertreiben, es schmeckte auch wahnsinnig gut, so die einhellige Meinung. Das Fleisch war natürlich nicht superultrasaftig wie man es von kurzgebratenen Patties kennt, aber immer noch saftig genug und vor allem mit unfassbar würzigem Geschmack ausgestattet und einer dezenten und nicht zu dominanten Rauchnote. Sowohl Käse im Inneren (cremig zerlaufen!) als auch Bacon außen haben perfekt funktioniert und ich werde das auf jeeeeden Fall nun öfter machen – dann vielleicht zusätzlich noch mit Jalapenos gefüllt. Insgesamt ein ganz anderes und neues Burgergefühl.

Wir haben dazu übrigens nur eine ganz normale BBQ-Soße (in diesem Fall aus der Flasche, man kann ja nicht immer alles selbst machen) benutzt und ein paar Gürkchen aufgelegt – völlig ausreichend, alles andere wäre unnötig. Die Buns, die man auf manchen Bildern sieht, waren hingegen nach neuem Rezept (bald mehr dazu!) selbst gemacht und das beste, was ich bisher in dieser Richtung selbst gebacken habe.

Hier noch einmal die harten Fakten, ehe endlich die Bilder folgen:

Für 1 Patty:

2x 150g Hack
1-2 Scheiben Gouda
2 Streifen BaconGewürze nach Wunsch (Knoblauch, Cayenne, Chili, Salz Pfeffer)
Rub nach Wunsch

Hackfleisch würzen, Ober- und Unterseite in der Presse erstellen, mit Gouda füllen und Speck umwickeln, dann mit Rub einreiben.

Smoker auf 120 Grad einfeuern und Patties auflegen. Wenn man die Temperatur hält, dauert es ca. 70 Minuten, bis man die Kerntemperatur von 68-70 Grad erreicht.

Mahlzeit! 🙂

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One Reply to “Smoked Burger”

  1. Super Rezeptidee.
    Wir haben es eben ausprobiert und sind restlos begeistert.
    Unsere Patties waren mit Käse und Jalapeños gefüllt und mit Salz, Cayenne Pfeffer, Knoblauch, Zwiebel, Paprika (scharf) und Kreuzkümmel gewürzt.

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