Longhorn-Angus-Burger

Fleischherkunft und Fleischqualität ist stets ein wichtiges Thema für uns, dem wir uns künftig noch mehr widmen wollen – mehr probieren, mehr versuchen, mehr entdecken. So fiel uns vor einiger Zeit die Texas Longhorn-Zucht der Leichtensterns in der Nähe von Bayreuth ins Auge. Zwar waren wir (noch) nicht selbst dort, aber die Bilder und Videos auf der Homepage haben mir sofort imponiert. Eine alte Rinderrasse, fachmännisch gezüchtet, auf riesigen Weiden grasend, alles was man sehen kann, kommt sehr nah heran an meine Idealvorstellung von Rinderzucht und Fleisch“produktion“.

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Sowas sucht man ja heutzutage, in Zeiten, wo man sich nicht mal beim Metzger sicher sein kann, was für Fleisch denn letztendlich auf dem Teller landet, woher es kommt, geschweige denn, dass man weiß, um was für Rassen es sich handelt. Dabei ist dies hochinteressant und gerade für einen Burger entscheidend, denn jede Rasse hat eine andere Geschmacksnote. Longhorns sind eine alte amerikanische Rasse, wie man sie gerade aus Texas kennt. Oder auch nicht kennt, denn ich habe noch nie ein Stück Fleisch vom Longhorn gegessen. Da konnte mich die deutsche Farm mit ihren Versprechen natürlich relativ einfach ködern:

Wir verzichten auf Spritzmittel und künstliche Düngung. Unsere Tiere haben viel Platz und Bewegungsfreiheit. Darüberhinaus leben unsere Rinder das ganze Jahr im Sozialverband mit Bullen, Kühen und Kälbern. Die Mutterkühe ziehen ihren Nachwuchs selbständig auf der Weide auf. Den Winter verbringt unsere Herde miteinander im Offenstall.

Unsere Rinder werden ab dem ersten Lebensjahr nur mit Gras oder Heu gefüttert. Dies verändert die Fleischqualität, dessen Zusammensetzung und den Geschmack enorm.

All das, was wichtig ist, um nachhaltiges, gutes, gesundes Fleisch zu garantieren, scheint hier realisiert zu werden.

Gut – versprechen kann man viel – dachte ich. Deshalb nahm ich dann auch Mitte letzten Jahres Kontakt auf und lies mich für den nächsten Schlachttermin als Interessent vormerken, um es selbst auszuprobieren. Da es sich hier eben nicht um Massenproduktion handelt sondern nur sehr selektiv geschlachtet wird, dauerte es dann auch ein wenig, bis geschlachtet wurde. Im November war es dann aber soweit und ein umfangreiches Genusspaket machte sich auf den Weg gen Wiesbaden. Mein Fleisch kam von einer Longhorn-Angus-Kreuzung, da von den reinrassigen Longhorn-Rindern nur sehr sehr sehr wenige geschlachtet werden und das Fleisch entsprechend schnell vergriffen ist.

Ursprünglich hatte ich übrigens gar nicht mal so sehr an Burger gedacht, sondern war vor allem an den anderen Bestandteilen des Pakets (Braten, Rouladen, Gulasch, Steaks) interessiert. Aber als ich dann in der per Express-Service kommenden und einwandfrei gekühlten Lieferung auch Hackfleisch entdeckte, war die Freude natürlich umso größer. Also, erst mal alles abgewogen, beschriftet und in den Tiefkühler gepackt.

Vor einigen Tagen war der Burgerhunger dann so groß, dass wir zwei Pakete Hack schonend auftauten. Das Tiefkühlen hatte keinen negativen Effekt (wie man ihn zum Beispiel von den Industrie-Patties kennt, die inzwischen in vielen TK-Theken für viel Geld zu kaufen sind – die schmecken dann manchmal zäh und irgendwie seltsam) das Fleisch. Longhorn-Fleisch ist von Natur aus eher mager, da die Rinder einen wesentlich niedrigeren eingelagerten Fettanteil besitzen als herkömmliche bzw. hier bekannte Rassen. Zu meiner Überraschung war das Hackfleisch – rein optisch -mit idealem Fettanteil gewolft worden. Es ließ sich prima formen und roch roh schon sehr aromatisch und schmackhaft. Fast hätte ich es einfach roh gegessen. Aber natürlich wanderte es dann doch auf die Grillplatte und von da medium auf den Burger.

Die Optik und der Geruch hatten nicht zu viel versprochen: das ganze hat bombastisch gut geschmeckt. Der Eigengeschmack des Fleisches ist fantastisch. Fast meint man, dass man das frische Gras herausschmecken kann, das die Rinder auf der Weide fressen. Die Patties kommen eigentlich gänzlich alleine aus, ein bisschen Salz reicht, eine Soße dazu ist eigentlich überflüssig (wobei wir einen schönen Ketchup gekocht hatten). Ein Unterschied wie Tag und Nacht zu dem, was sonst standardmäßig von der Fleischtheke auf den Burger wandert. Ich will nun nicht noch mehr Pathos hereinbringen, aber es war einfach wirklich gut und ich kann nur empfehlen, dass man es vielleicht einmal selbst probiert. WIR werden sicherlich zu Wiederholungstätern.

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2 Replies to “Longhorn-Angus-Burger”

  1. Hi, ich habe eine verrückte Frage. Ich habe irgendwo im Netz ein Rezept gesehen (ich dachte hier http://www.schweinebraten.info/ aber ich finde es nicht mehr). Es ging um ein Burger aus Schweinebraten Fleisch. Eine Art Pulled pork Burger (irgendwie). Kannst du dir sowas vorstellen? Oder hast du sowas sogar schon getestet? Grüße, Julia

    1. Hi Julia, selbst probiert habe ich es noch nicht direkt. Aber ja, ich denke es kommt nah an einen Pulled Pork Burger ran. Ich würde also einen Schweinenacken/-krustenbraten zubereiten und ihn dann in Scheiben oder Stücken zwischen ein Bun mit Krautsalat und BBQ-Ketchup essen. Viele Grüße, Jan

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