Warum Burger?

Immer wieder werden wir inzwischen von unterschiedlichen Portalen zu unserer Meinung zum aufkommenden (oder abklingenden?) Burgertrend in Deutschland gefragt. Und ja, das ist im Prinzip eine gute Frage. Als wir die Idee für diesen Blog hatten, kam ich gerade frisch aus den USA zurück und in Deutschland war der Burger eigentlich noch ein Nischenprodukt. Erst in den letzten 3-4 Jahren sind dann die Burgerläden wie Dönerbuden Pilze aus dem Boden geschossen und haben das amerikanische Frikadellenbrötchen in den Mittelpunkt gerückt. Wie konnte das passieren? Ich weiß es nicht. Es hat sicherlich damit zu tun, dass der Burger auch in den USA ebenfalls einen kleinen Wandel durchgemacht und vom großen Kulturgut auch dort zum Teil der aktuellen Popkultur geworden ist. In Zeiten von Social Media und geschicktem viralen Marketing schwappte der Trend dann über England nach Deutschland – und als man merkte, dass das funktioniert, wurde der Burger hier immer populärer. Man hat sich gedanklich mehr damit beschäftigt, hat gesehen, dass es funktioniert und hip ist/sein kann. Denn eigentlich ist der Burger hier ein Lifestyle-Produkt. Man geht nicht einfach nur nebenbei einen Burger essen. Die Läden sind cool (oder wollen es sein), die Kreationen oft „ausgefallen“, und der Burger landet nicht einfach nur im Mund sondern, viel wichtiger noch, zuerst bei Instagram und Snapchat.

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Meiner Meinung nach wird er zu mehr gemacht, als er eigentlich ist. Er wird inszeniert und kostet inzwischen vielerorts um die oder sogar mehr als 10 Euro (wobei klar ist: gute Qualität/gutes Fleisch hat seinen Preis). Dabei würde ich vielen empfehlen, sich auf die Ursprünglichkeit des Burgers zu konzentrieren: er ist eigentlich nicht mehr, als ein gutes Bun mit gutem Fleisch. Alles andere ist Zusatz. Es gibt nicht wenige Läden in den USA, die einen rausschmeißen würden, wenn man Ketchup, Mayo, Tomate oder, noch schlimmer, frische Gurke dazubestellt. Wobei man in Einklang mit der Geschmackssinn-Biologie sicher argumentieren kann, dass ein gutes Ketchup und eine saure Gurke Komponenten wie Säure und Süße beisteuern können und das Ergebnis letztlich „runder“ machen. Mit steigender Komplexität sinkt aber die Authenzität eines Produktes, dass eigentlich als unkomplizierter Highway-Snack seinen Platz in der amerikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts gefunden hat. Nicht umsonst ließ er bzw. vielmehr seine Herstellung sich perfekt mit Methoden der Rationalisierung vereinbaren und begründete so den Aufstieg von McDonalds zum komplett durchgeplanten Franchise-Giganten.

Insgesamt ist es aber doch positiv zu sehen, dass der Burger auch in Deutschland inzwischen mehr ist, als nur McDonalds. In meiner Kindheit war das fest miteinander verknüpft: Burger essen bedeuete McDonalds und wenn es ein ganz besonderer Tag sein sollte, dann suchte man irgendwo fernab einen Burger King, die damals wesentlich rarer waren als heutzutage. Unnötig zu erwähnen, dass ein „richtiger“ Burger mehr ist als das, was bei den Fastfood-Riesen auf dem Tablett landet. Denn: was ist schon „richtig“? Jeder Geschmack ist schließlich anders und im Prinzip hat somit jeder Burger und jeder Burgerladen seine Kundschaft und seine Berechtigung. Nur weil „wir“ von Dreifachfleisch immer nach einem bestimmten, sehr an der ursprünglichen Version angelehnten Burger suchen, bedeutet das nicht, dass die vielen Läden, die wildeste Kreationen anbieten, nicht ihre Berechtigung haben. Man darf das alles nicht überbewerten und zu sehr gewichten. So wie er entstanden ist und über die Jahrzehnte existierte, stand der Burger nie im Mittelpunkt, sondern er war einfach da, wie hierzulande die Bratwurst oder, ich bin Hesse, der Spundekäs – ein Teil der Kultur. Hauptsache ist doch, es schmeckt.

Wer ein bisschen mehr dazu lesen möchte, findet unserer Ausführungen zum Beispiel unter folgenden Links:

http://www.wanted.de/so-erkennen-sie-ein-gutes-burger-restaurant/id_78199378/index

http://www.derwesten.de/region/burger-sind-eine-ideale-stylingvorlage-page3-id10122729.html

https://merkurist.de/wiesbaden/freizeit/die-besten-burger-der-stadt_MSU

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4 Antworten auf Warum Burger?

  1. maTTes sagt:

    klar ist Geschmack verschieden, aber mal ehrlich … gibt es irgendjemanden, der Five Guys nicht gut findet? 🙂

    Grüße
    maTTes
    (Burgerfanboy)

  2. Samuel sagt:

    Hi Uwe,
    ich bin auch der Meinung, dass weniger manchmal mehr ist.
    Hauptsache das Fleisch hat eine gute Qualität, ist gut gebraten und in ein gutes Bun geklemmt.
    Alles weitere ist geschmackssache – sollte aber natürlich frisch sein.
    Hier kommts auf die richtige Zubereitung mit guten Zutaten an – mehr brauchts nicht! 🙂

  3. Jan sagt:

    @maTTes: Nicht gut finden wohl kaum, höchstens nicht kennen… 😉

    @Samuel: Ich weiß zwar nicht wer Uwe ist, aber schön, dass wir einer Meinung sind… 😀

    Viele Grüße
    Jan

  4. Torben sagt:

    Warum ein Burger? Gute Frage – in den letzten Jahren scheint sich auch hier eine Art Trend zu entwickeln. Alles oder vieles geht in Richtung BBQ, amerikanisches Esseen. Dazu gehören meiner Meinung nach auch Burger.

    Das Burger nun jedoch sehr salonfähig geworden sind und teils nicht mehr zum FastFood gezählt werden, das finde ich schon erstaunlich. Da ich jedoch sehr gern einen guten Burger esse – freue ich mich sehr über neue „Burgerbuden“. Teils wird man sicherlich herbe enttäuscht, teils sind die Burger aber wirklich Weltklasse.

    Insgesamt freue ich mich daher über das wachsende Interesse am Burger. Ob nun ganz einfach als Hamburger oder mit Bacon und Co. -> erlaubt ist bei mir, was schmeckt.

    Viele Grüßé
    Torben

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